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Wir sollten jeden einzelnen Text schätzen

| 18.04.20151 Kommentar » Klasse

Zeichen für Zeichen, eines nach dem anderen, schreiben wir Buchstaben, Wörter, Sätze, aus denen dann ganze Textseiten, ja sogar ganze Bücher entstehen.

Wir stecken ungeheuer viel Arbeit in diese Zeilen und Absätze. Wir suchen nach den richtigen Wörtern. Mit Vielfalt passen wir sie ein. Wir beugen und steigern sie, ersetzten sie durch andere, damit es besser klingt. Wir streichen Sätze durch, schreiben neue. Wir sind unzufrieden, dass nichts klappt, dass der Text nicht so wird, wie wir ihn gerne hätten. Geben auf und probieren es im nächsten Moment doch noch mal.  Wir experimentieren, probieren aus, sammeln Ideen und Gedanken, lassen uns durch Ereignisse inspirieren.

Was ich sagen will, ist, dass in jedem Text, Gedicht, Buch so viel Mühe und Arbeit drin steckt, dass wir jede einzelne Veröffentlichung schätzen sollten. In unserem Blog gibt es  mittlerweile über 400 Artikel und diese wurden insgesamt über 1000 Mal kommentiert. In diesem Blog sind die schönsten Momente unserer Klasse in Worte gefasst und aufgeschrieben worden. Der Anlass für unseren allerersten Ausflug als Klasse war mit einem Buch namens “Lippels Traum” verbunden. Darauf folgten dann weitere, unzählige Lesungen und Gespräche mit Autoren. Um nur einige von den vielen zu nennen: Katrin Hahnemann (Ghandi), Kate DeGoldi (The 10 PM Question – Abends um zehn Uhr), Lily Lindner, die erst vor kurzen wieder eine Lesung bei uns hatte.  Und wir hatten auch als Gast bei uns die älteste Autorin Deutschlands: Elfriede Brüning, die 103 Jahre alt geworden ist.

Regelmäßig  haben wir das Internationale Literaturfestival Berlin und die Leipziger Buchmesse besucht. So viele Autoren haben uns ihre Werke vorgestellt; deutsche aber auch viele internationale Autoren waren dabei.

Wir haben selber Haikus geschrieben und bei dem Projekt “Schüler machen Zeitung” mitgemacht. Wir haben aber nicht nur geschrieben, wir haben auch das Papier dazu selber hergestellt. In der fünften Klasse besuchten wir dazu das Technische Museum.

Wir waren unzählige Male im Theater. Das von uns meist besuchte  ist das Theater an der Parkaue. Dort hat es mit “Timm Thaler oder Das verkaufte Lachen” angefangen, gefolgt u.a. von ” Die Brüder Löwenherz”, “Das Fräulein von Scuderi”, “Nichts was im Leben wichtig ist”, Puppet Masters+ Kristallherz, “Kindertransporte”, “Animal Farm” … Da Berlin aber auch noch andere Theater hat, sahen wir uns auch dort Stücke an, zum Beispiel ” Nathan der Weise” im Theater Strahl , “Ab heute heißt du Sara” im Grips Theater,  “Die Schneekönigin” im Friedrichstadt-Palast, “Mutter Courage” im Berliner Ensemble…

Eine Klasse, die so oft das Theater besucht hat, muss auch mal Premierenklasse gewesen sein. Wir waren es nicht nur ein Mal sondern gleich vier Mal. Dazu haben wir an Workshops teilgenommen, die sowohl im Theater als auch in unserem Klassenraum stattfanden. Als  Premierenklasse haben wir uns einen Teil der Proben zum Stück  angesehen und wir sind ins Gespräch mit den Schauspielern gekommen. Manchmal haben wir auch mit dem Regisseur oder den Dramaturgen gesprochen.

Wir haben uns nicht nur Theater angesehen und aus den Theaterworkshops gelernt.  Wir als Klasse haben selber jedes Jahr mit  Hilfe von unserer Klassenlehrerin eine eigene Klassenshow auf die Bühne gebracht. Von Märchen bis Akrobatik war alles schon einmal dabei. Jeder Dialog, jeder Monolog und generell alle Texte waren immer etwas Besonderes.

Im Rückblick sind wir ständig mit Literatur in Berührung gekommen und haben uns mit vielen Werken befasst. Doch noch ist das 10. Schuljahr nicht abgeschlossen und es ist immer noch Zeit, die wir fürs Bücherlesen und Texte schreiben verwenden. Die Auseinandersetzung mit den Büchern “Fahrenheit 451″ und “1984″ haben wir allerdings abgeschlossen, und nun steht auch noch die letzte Klassenshow bevor. Die bereiten wir ziemlich selbstständig vor, und auch da wird es wieder Texte geben – so viel ist mal sicher!

Kommentare

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Ein Kommentar zu „Wir sollten jeden einzelnen Text schätzen“

  1. kiwi

    Wenn man all die Stunden zusammenzählen würde, die jeder einzelne von uns investiert hat, um für unseren Blog Artikel zu verfassen, dann würde man bestimmt auf mehrere Wochen, vielleicht sogar Monate kommen.

    Ich erinnere mich noch gut an die ersten Texte, die ich für Nihongho geschrieben habe. Es war jedes Mal eine Qual, weil mir erst kein Thema eingefallen ist; wenn ich dann ein Thema hatte, wusste ich nicht, was in den Text rein kommen soll. Nachdem ich mir darüber einig war, ging es ans Formulieren, was fast das Schwierigste war. Es fehlten immer die richtigen Worte. Aber Übung hilft. Man muss dran bleiben. Texte zu schreiben ist zwar immer noch Arbeit, aber die Finger tippen mittlerweile von alleine, wenn man eine Idee hat. Früher war mein Problem, dass ich nicht genug Worte zusammen schreiben konnte und meine Texte immer so mickrig kurz waren, dass selbst der Klappentext eines Buches mehr Zeichen beinhaltete. Heute muss ich mich anstrengen, mich kurz zu fassen. Beim Schreiben bekomme ich immer mehr Ideen und der Inhalt wird immer breiter. So komme ich gedanklich schon mal von den Schultoiletten zu den Affen im Zoo, und vom Klimawandel zu Inneneinrichtung.

    Schreiben ist anstrengend und leicht zugleich. Manchmal geht es schnell und manchmal nicht. Hinter jedem Text steckt Arbeit. Und der Leser kann diese erkennen, wenn er nur darauf achtet.