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Zeiten ändern sich, Menschen nicht

| 27.03.2015Kommentare deaktiviert Klasse

Schon immer sind wir Menschen Wesen, die sich selbst am meisten am Herzen liegen. Vielleicht geben wir es nicht gerne zu, aber wir würden alles tun, um unser eigenes Wohl zu sichern. Natürlich gibt es die Nächstenliebe, doch der Egoismus ist in unserem Unterbewusstsein schon immer die stärkere Seite. Personen, die anderen helfen und dabei keinen geldwerten Vorteil daraus ziehen, sollten von uns respektiert, bewundert und zum Vorbild genommen werden.

Im 20. Jahrhundert, zur Zeit des Nationalsozialismus, hat es eine Gruppe von meiner Meinung nach von Hass zerrissenen Menschen mit einer ziemlich cleveren Führung geschafft, so ziemlich die ganze Bevölkerung Deutschlands zu blenden. 15 Jahre vor der „Machtergreifung” Hitlers ging der 1. Weltkrieg für die Deutschen mit einer klaren Niederlage zu Ende. Enttäuschung und Wut darüber staute sich in zwei,drei Generationen, und hinhalten musste nicht, wie man denken würde, wenn man es nicht besser wüsste, der, der die Deutschen in den 1. Weltkrieg reingeritten hatte, sondern ein Sündenbock, dem die Schuld an der Niederlage zugeschoben wurde. Eine ganze ethnische Gruppe musste dafür hinhalten. Egal wie sehr wir es verleugnen, wir suchen uns gerne Sündenböcke und werden es immer tun; der Unterschied liegt nur im Ausmaß des Leids, das wir aus Kleinheit und ähnlich billigen Beweggründen anderen zufügen.

Die Ausmaße des Leidens unter Hitler sind unvorstellbar. Teilgenommen an der Vernichtung der Juden haben viele, doch zugeschaut hat die ganze Bevölkerung. 1,5 Millionen Menschen ließen alleine in Ausschwitz ihr Leben. Das deutsche Konzentrationslager Auschwitz – ein Ort in Polen. Im Sommer brennende Sonne und im Winter eisige Kälte. Kein Ort, an dem man gerne unter unmenschlichsten Bedingungen zu harter Arbeit gezwungen wird. Heute ist das Lager ein Museum, welches jeder mindestens einmal gesehen haben sollte. Berge von Dingen, die die Deportierten mitnahmen- Bürsten, Prothesen, alle möglichen Alltagsgegenstände, Tonnen von menschlichem Haar kann man dort betrachten… und obendrauf kriegt jeder ein kostenloses Gefühlschaos. Zwischen Verständnislosigkeit und Trauer ist da ganz klar der Hass und die Wut auf die Täter!  Heute zeigt man mit dem Finger auf diesen einen Mann, doch wer ein wenig nachdenkt, merkt schnell, dass kein Mensch auf dieser Welt so ein Ausmaß des Schreckens alleine erschaffen kann. Adolf Hitler, seine Parteigenossen und die vielen Mitläufer sind in Auschwitz und den anderen Vernichtungslagern nicht nur ihrem Ziel nach einem judenfreien Europa viel zu nahe gekommen, sondern sie haben sich außerdem auf ewig einen Platz in den Geschichtsbüchern dieser Welt gesichert. Hitler war der Anführer und das Gesicht der NSDAP, und mit Sicherheit war er nicht ganz klar im Kopf, aber im Endeffekt hat er es geschafft von der deutschen Bevölkerung gewählt und bewundert zu werden. Am Ende sind es also unsere Vorfahren, die die Schuld tragen. Sie haben die faschistische Politik unterstützt, zu mindestens aber akzeptiert und sie hatten nicht den Mut oder das Bedürfnis einzugreifen. Sie haben lieber aus der sicheren Ferne zugeschaut…

Jeder denkt an sich und kämpft für sich; schließlich ist es das, was wir schon immer am besten können.
In der Dystopie “1984″ von George Orwell spielt dieses Thema ebenfalls eine große Rolle, bloß dass das Kämpfen nicht im Sinne von Kampf eine Rolle spielt, sondern als Ankämpfen gegen die eigenen Gedanken. In dem Zukunftsroman kontrolliert die Regierung die Bevölkerung durch komplette Überwachung. Alle sind darauf aus, den von der Regierung erfundenen “großen Bruder” zu lieben und ihm zu dienen. Jeder verrät jeden, sogar Kinder die eigenen Eltern, um an einen vermeintlichen Vorteil gegenüber anderen zu gelangen. Überall gibt es die sogenannten Teleschirme, durch welche die Überwacher dich sehen und dir Kommandos geben können. Nicht nur auf der Arbeit oder zu Hause kann man nichts tun, ohne dabei beobachtet zu werden. Selbst die Gedanken sind nirgendwo, nicht einmal vor einem selber, sicher. Und wenn man nicht einmal das Recht zu denken hat, kann man sein Leben dann noch Leben nennen? Im Film “1984″, der 36 Jahre nach der Veröffentlichung des Romans erschien, kommt dieser Aspekt meiner Meinung nach zu kurz. Natürlich ist es nicht möglich, einen Film zu produzieren, der das ganze Buch zeigt, aber ein literarisch so wertvolles Buch kann man, so finde ich, auch nicht in 100 Minuten zwängen. Die Handlung der Dystopie findet in London statt. Der Hauptprotagonist ist ein 39- jähriger Mann namens Winston Smith. Er traut der Regierung nicht und bricht Gesetze, wofür er später die schlimmstmögliche Folter erleiden muss. An geheimen Orten trifft er sich mit einem jungen Mädchen, um mit ihr zu schlafen. Er ist es leid, unter einem totalitären Überwachungsregime zu leben. Schließlich werden die beiden erwischt und gefoltert. Dabei verrät sie ihn schnell, er aber hält lange durch. Als aber vor ihm sein schlimmster Albtraum wahr wird, gibt er auf, wobei ihm schließlich völlig egal ist, was mit dem Mädchen passiert.

Wir haben das Glück, in einer Demokratie zu leben, das mit Abstand fairste bekannte System. Es baut auf Vertrauen und Zusammenhalt auf. Jeder hat die gleichen Rechte, aber gleichzeitig auch mindestens die Verpflichtung die Regierung zu wählen. Gerade wir hier in Deutschland sollten das Recht uns demokratisch zu beteiligen zu schätzen wissen und es in Anspruch nehmen und  bewahren, damit auch unsere Nachfahren weiterhin in einer Gesellschaft leben können, in der jeder die Möglichkeit hat, etwas zu verändern. Dennoch wird es immer Menschen geben, die  versuchen werden, das System für ihre Zwecke zu manipulieren, denn wir vertrauen gerne und ebenso gerne nutzen wir das Vertrauen anderer aus. Deshalb befürchte ich, dass das System vielleicht nicht heute und vielleicht auch nicht morgen, aber  irgendwann zu Fall geht.

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