Zum Inhalt

Was können wir tun?

| 25.03.2015Kommentare deaktiviert Interessantes, Klasse, Veranstaltungen

„Wer ein Leben rettet, rettet die ganze Welt.” Dieser Talmudspruch wurde Oskar Schindler in Form von einem aus Zahngold gemachten Ring von den von ihm geretteten Juden geschenkt. Man kann über Oskar Schindler sagen, was man möchte, aber eins steht fest: Er hat Menschenleben gerettet. Wie viele Menschen leben heute dank Oskar Schindler?

Einer ist auf jeden Fall der Fotograf Ryzsard Horowitz. Er gehört zu den jüngsten Auschwitz-Überlebenden. Heute ist er ein berühmter Fotograf, der in den USA lebt. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. Diese Kinder sind wieder zwei Menschen mehr, denen Oskar Schindlers Einsatz das Leben ermöglichte. Sie gehören zur nächsten Generation der Auschwitz-Überlebenden. Sie sind Teil der nächsten Generation. Sie müssen uns helfen, einen erneuten Ausbruch von Faschismus, Rassendiskriminierung und Verfolgung zu verhindern. Wie David Salz, ebenfalls ein Überlebender, schon sagte: „Never again!” Auch er hat Familie, die irgendwann die Rolle der Zeitzeugen übernehmen wird. Doch wir können nicht alle Verantwortung auf die Opfer abwälzen, auch wir müssen etwas tun. Es bleibt die Frage: Was können wir tun?

Zuallererst müssen wir den Überlebenden zuhören. Wir müssen uns mit der Geschichte auseinandersetzen. Es reicht nicht, im Geschichtsunterricht aufzupassen. Wir müssen das Gespräch mit den Zeitzeugen suchen. Wir werden vermutlich die letzte Generation sein, die dazu die Möglichkeit hat. Wir müssen die Geschichten weitertragen, um alle darauf aufmerksam zu machen.

Wir müssen uns unserer Verantwortung bewusst werden. Wir müssen nicht mit gesenktem Kopf durch die Straßen gehen, weil wir die Nachkommen der Täter sind. Wir müssen uns nicht schämen, Deutsche zu sein. Wir müssen uns für das, was damals passiert ist, nicht schuldig fühlen, denn wir waren nicht dabei, wir waren nicht einmal geboren! Das, wofür wir uns verantwortlich fühlen sollten, ist die Gegenwart und vor allem die Zukunft. Es liegt in unserer Hand, wie wir mit anderen Menschen umgehen. Wir können entscheiden, ob wir neue Menschen in unsere Gesellschaft aufnehmen oder ob wir die Menschen respektieren, die schon Teil der Gemeinschaft sind.

Diskriminierung und Verfolgung dürfen nie wieder einen Platz in Deutschland finden. Deshalb müssen wir anfangen, uns gegen alle Versuche der Wiederbelebung von Rassendiskriminierung  und gegen Ausgrenzungen zu wehren. Hören wir auf, die Asylanten abzuschieben oder uns aufzuregen, wenn ein Containerdorf für eben diese in unserer Nachbarschaft gebaut wird. Fangen wir dagegen an, die Menschen auf der Flucht willkommen zu heißen in unserem Land. Helfen wir ihnen, sich zu integrieren, ohne dass sie ihre Kultur aufzugeben haben. Arbeiten wir an einem friedlichen Zusammenleben, denn dessen Gelingen liegt in unseren Händen.

Schlagwörter für diesen Artikel:

, , ,

Kommentare

Kommentare sind nur innerhalb von 30 Tagen nach Veröffentlichung des Artikels möglich. Dieser Zeitraum ist nun leider vorüber.

Bisher liegen keine Kommentare zu diesem Artikel vor. Du könntest also die oder der Erste sein!