Zum Inhalt

Religion und Konsum- Versuch einer ethnologischen Annäherung

| 15.03.2015Kommentare deaktiviert Interessantes, Kreatives Schreiben

Ethnologie, wörtlich übersetzt auch die Lehre des fremden Volkes, beschäftigt sich mit den verschiedenen Aspekten der verschiedenen Kulturen. Hierbei ist dieses Thema in mehrere Unterthemen aufgeteilt. Ein Thema, was mich sehr interessiert, ist die Religion. Ich versuche nun einmal, die Einstellungen dazu vor meinem persönlichen Erfahrungshintergrund kontinentübergreifend zu vergleichen.

In Ägypten zum Beispiel ist längst nicht mehr die Religion des alten Ägyptens, der Glaube an Isis und Osiris etc. wichtig, sondern nur der Konsum davon. Dies kurbelt natürlich die Ökonomie des Landes an, aber ist es wirklich noch Religion, wenn man zwar religiöse Sachen kauft, aber die Mehrheit im 21. Jahrhunderts eigentlich gar nicht mehr an ihren Zweck glaubt? Auch verlieren diese religiösen Dinge durch diesen Massenkonsum sowohl ihren ideellen als auch ihren materiellen Wert. Direkt gefragt: Wozu noch Religion, wenn kaum jemand daran glaubt? Wem nützt sie wirklich?

In Deutschland sieht es so aus: Man kann sich in jedem Accessoires-Laden eine Kette mit einem Kreuz kaufen. Das hat ebenfalls nichts mehr mit dem eigentlichen Symbol für die christliche Religion zu tun. Es ist nur noch ein Schmuckstück. Eigentlich schade, dass diese religiösen Symbole verallgemeinert werden und nicht mehr nur von denjenigen getragen werden, die wirklich an diese Religion glauben. Besonders wenn man bedenkt, wie viele Leute schon für ihre Religion gestorben sind und es jetzt einfach in jedem Ramschladen erhältlich ist. Warum wurden ausgerechnet diese Symbole als Mainstream ausgesucht?
Eine mögliche Antwort ist, dass die Menschen dieses Kulturkreises mit diesen Symbolen traditionell eine tiefe Verbundenheit verspüren und sie somit bereit sind, diese Gegenstände zu erwerben. Dies wird vom Handel schamlos ausgenutzt.

Doch nicht nur im arabischen und europäischen Raum scheint die Religion mehr konsumiert als praktiziert zu werden, auch in Japan schreitet der Konsum dem Glauben voraus. Ich selbst durfte mich davon überzeugen, als ich in Japan war. An jedem Tempel wurden massenweise kleine Glücksbringer teuer angeboten. Der Glaube scheint auch in diesem technisch fortgeschrittenen Land nicht mehr der Grund zum Kauf der Glücksbringer zu sein. Vielmehr geht es darum, den Anschein zu geben an etwas zu glauben. Aber warum steht man nicht zu seiner religiösen Einstellung oder bildet sich seine eigene Meinung bzw. Theorie von dem, woran man glauben möchte? Stattdessen läuft man den Mainstreammedien nach und schafft es so, etwas Historisches, Religiöses  zu verkitschen und unwichtig zu machen.

Insgesamt kann ich sagen, dass die Religion für die Menschen heutzutage nicht glaubhaft genug ist. Die Wissenschaft erzielt beachtliche Fortschritte und kann ihre Ergebnisse auch beweisen. Diese Beweise fehlen in der Religion. Obwohl man also nicht an die Glücksbringer glaubt, kauft man sie trotzdem aus der gewohnten Tradition heraus.

Schlagwörter für diesen Artikel:

, , ,

Kommentare

Kommentare sind nur innerhalb von 30 Tagen nach Veröffentlichung des Artikels möglich. Dieser Zeitraum ist nun leider vorüber.

Bisher liegen keine Kommentare zu diesem Artikel vor. Du könntest also die oder der Erste sein!