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Filmriss

| 10.02.2015Kommentare deaktiviert Kreatives Schreiben

Weiße Wolken am traurigen Himmel. Schwarze Raben als Kontrast.
Ein Wimpernschlag später.

Irgenwo anders. Wer weiß schon wo.
Vielleicht am Meer, bei den Wellen und ihren bodenlosen Schwüngen.

Hinkende Schritte auf nassem Asphalt. Schreie der Verzweiflung durch unsere Kehlen.
Hand in Hand mit dem Schall der Gassen.
Geflohene Tapferkeit zwischen den Wächtern der Überwindung. Flüchtender Mut.
Wir spielen Ping Pong mit dem Boden unter unseren Füßen. Mit dem schlechten Gewissen, das an unseren Beinen hoch springt und versucht, nach ihnen zu schnappen. Fiese Gewissensbisse von unberechenbaren Hunden.

Nächster Sprung. Nächste Szene. Neue Kulisse. Riss im Tonband. Lücke im Satz. Loch im Wort. Buchstaben mit Abgrund. Lückenhafter Text. Wo bleibt der Übersetzer von Ausdrucksfehlern?
Die Welt dreht sich. Einmal rum. Dann in die andere Richtung. Verkehrt herum. Man könnte denken, die Erde ist eine Kugel.
Kopf im Nacken. Klang in der Stimme. Rhythmus im Blut. Der Geschmack von Tränen auf den Lippen.

Ein Moment später und das Gefühl ist vorüber. Ein ungefühlter Moment folgt. Ein Moment ohne Gefühl. Ohne Frage und Antwort. Ohne Licht und Dunkelheit. Eine Erinnerung bleibt.
Balancierend auf den Dächern der Stadt.
Feuer um uns. Aufflammende Wut. Hitzige Gespräche. Kribbelndes Flüsterrn auf der zarten Seide unserer Hülle.
Albernes Lachen als dauerhafter Hintergrund.

Der traurige Himmel versucht mitzuhalten. Bei all der Komik, der Ironie und des bunten Karnevals der Lügen.
Gezogen von den Wolken. Getrieben von der Zeit.
Was hält ihn zurück? Warum wirkt er so traurig und droht uns auf den Kopf zu fallen.
Und wenn der Himmel erstmal fällt, dann ist er nicht mehr aufzuhalten. Wenn der Himmel fällt, hat er aufgegeben und ist nicht mehr zu retten.
Ein Gefangener im unbekannten Land. Ein Häftling in freien Räumen.

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