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Meine Reise nach Japan

| 29.03.20142 Kommentare » Interessantes, Japan

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Als ich am Flughafen auf meinen Rückflieger nach Moskau wartete, wurde mir erst bewusst, dass ich zwei Wochen voller neuer Eindrücke und Erfahrungen hinter mir hatte.

Die Reise begann in Tokyo, der Hauptstadt von Japan, und ging dann über Nikko weiter nach Kyoto, dann nach Toyohashi, als nächstes nach Hiroshima und schließlich zurück nach Tokyo, um dort dann unsere Gastfamilien zu treffen.

Die ersten Tage in Japan waren für mich nicht leicht. Ich verstand kaum etwas und an das vegetarische Essen musste ich mich auch erst ein mal gewöhnen. Doch schon nach drei Tagen arrangierte ich mich mit der Situation und kam schließlich gut klar.

Wir besichtigten zuerst in Tokyo im Stadtteil Shindjuku das Rathaus von wo man einen tollen Ausblick über die Stadt genoss.

Desweiteren besuchten wir Nikko. Vorort lag meterhoher Schnee, welcher eine ganz schöne Kälte mit sich brachte. Doch dort gab es eine riesige Tempelanlage, die uns diese Umstände größtenteils vergessen ließ.

Nachdem wir also diese beiden Städte erforscht hatten, ging es mit dem Shinkansen weiter nach Kyoto. Dort konnten wir zum ersten Mal austesten, wie es ist, auf einem Futon zu schlafen. Zuerst schien es eindeutig zu hart, entpuppte sich später jedoch als bequemes,  gut tuendes Bett für den Rücken.

Auch in dieser Stadt besuchten wir etliche Tempel, wie zum Beispiel den Tempel des Reinen Wassers oder den berühmten Goldenen Tempel. Diesen wollte ich immer schon einmal live sehen und war schließlich glücklich, dass sich dieser Traum verwirklichte. Von Kyoto aus fuhren wir dann auch für einen Tag nach Toyohashi, wo uns die Japanisch-Deutsche Gesellschaft, sowie der Bürgermeister begrüßten. Später am Tag hatten wir dann auch noch die Möglichkeit, ein paar Stunden mit Schülern zusammen am Unterricht teilzunehmen. Somit bekam ich die Möglichkeit, weitere Freundschaften zu schließen.

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Am nächsten Tag besuchten wir dann Hiroshima. Uns allen ging die Geschichte des Atombombenabwurfs und seine Folgen sehr ans Herz. Wir sahen die ewige Flamme, die solange brennen wird, bis es keine Atombomben mehr geben wird.

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Außerdem konnten wir containerweise gefaltete Kraniche ansehen – zum Gedenken an die Menschen, die bei diesem Unglück umgekommen waren. Auch das Museum veranschaulichte uns die Katastrophe, so dass wir alle am Ende emotional am Limit waren.

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Als Ausgleich war der anschließende Besuch auf die Insel Miyajima, auf der das Tor im Wasser zu finden ist, sehr gut. Nicht nur, dass das Tor einmalig war, sondern wir hatten dazu auch noch nette, jedoch auch sehr hartnäckige Genossen, die uns auf Schritt und Tritt verfolgten: Rehe.

Der Aufenthalt mit der Gruppe neigte sich allmählich dem Ende zu, denn bereits am nächsten Tag sollte es mit dem Shinkansen zurück nach Tokyo gehen, wo dann unsere Gastfamilien auf uns warteten. Alle waren sehr gespannt, wie ihre Familie so sein würde. Doch als wir dann endlich ankamen zeigte sich schnell, dass jeder ganz gut zurecht kam. Der erste Abend mit meiner Familie war sehr aufregend. Wir aßen Shabushabu. Bei diesem Gericht hat man eine kochende Schüssel vor sich, in der man sich selbst rohe Gerichte zubereitet.

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Nach der ersten Nacht begann auch schon der erste Schultag. Mit der Bahn und dem Schulbus gelangten wir schließlich zur Keimei-Oberschule. Die Schule hatte extra für uns ein ganz eigenes Programm organisiert. Gleich am nächsten Tag stand eine Teezeremonie auf der Tagesordnung. Wir lernten, wie man sich in einem traditionellen Teehaus bewegt, den Tee zubereitet, bedient, sowie bedient wird.

Auch besuchten wir das Gibli-Museum – benannt nach dem bekannten Zeichner, der berühmte Anime Filme produzierte –, in dem man allerdings keine Fotos machen durfte. Desweiteren repräsentierte ich auch Deutschland am International Day: Ich hielt vor der ganzen Schule einen Vortrag über die Berliner Mauer. Obwohl ich sehr aufgeregt war, war ich überglücklich, diese Ehre zu haben, und war letztendlich auch zufrieden mit mir.

Am Ende der Reise war ich ziemlich traurig, allen auf Wiedersehen sagen zu müssen. Ich hatte sie alle sehr in mein Herz geschlossen.

So stand ich jetzt am Flughafen und ließ alles nochmal Revue passieren. Bisher hatte ich nämlich noch keine Zeit gehabt, diese vielen Eindrücke zu verarbeiten. Doch es ist kein Abschied für immer: Im Sommer werde ich meiner Familie dieses wunderschöne Land zeigen, dass schon so unglaublich war, dass es nicht von dieser Welt zu sein scheint.

Kommentare

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2 Kommentare zu „Meine Reise nach Japan“

  1. a-star

    Die Reise nach Japan scheint sich für euch gelohnt zu haben. Die Eindrücke, die ihr mit uns geteilt habt, regten meine Neugier zusätzlich an. Ich bin aufs Neue erstaunt, was dieses kleine Land zu bieten hat. Es ist wirklich schade, dass die gemeinsame Klassenfahrt nach Japan ausfällt. Diese Erlebnisse eines Individuums hätten unsere gemeinschaftlichen sein können, da wir genau dieses Ziel anstrebten. Trotzdem danke ich den Beiden, die uns an ihren Abenteuern teilhaben lassen.

  2. missperry

    Ich bin richtig neidisch geworden, als ich eure Bilder gesehen habe. Es ist unglaublich, was ihr dort alles erlebt habt. Ich habe Respekt vor der Woche, die ihr in den Gastfamilien verbracht habt, da ihr in der Zeit so viele neue Sachen in einer fremden Familie kennen gelernt habt. Besonders gerne hätte ich auch den Goldenen Tempel gesehen. Ich hoffe, ich kriege auch noch die Chance das Land zu entdecken.