Zum Inhalt

Schmerzhafte Auseinandersetzung mit der Geschichte

| 21.10.20132 Kommentare » Interessantes, Klasse, Kreatives Schreiben, Veranstaltungen

Das Internationale Literaturfest Berlin (04.09-15.09.2013) gab uns wie jedes Jahr die Möglichkeit, interessante Autoren aus aller Welt zu treffen. Dieses Mal war es die argentinische Autorin Inés Garland mit ihrem Buch “Wie ein unsichtbares Band” , das ihre Erlebnisse als Heranwachsende während der Militär-Diktatur widerspiegelt.

Während die Autorin von Alex und Leonie über das Schulgelände geführt wurde, erläuterte Bennet aus der 10.11 die historischen Hintergründe des Romans anhand der argentinischen Geschichte. Alle 90 Anwesenden hörten gespannt zu. Dann begann schließlich die Lesung mit der Vorstellung der Autorin. Es folgte ein intensives Gespräch zwischen der Schriftstellerin und den Zuhörern, was die Lesung sehr lebendig gestaltet hat. Anschließend wurde ein Kapitel der Originalfassung auf Spanisch von Senora Garland präsentiert. Mayumi, eine Schülerin aus dem 10. Jahrgang, übernahm die Lesung einiger Kapitel aus der deutschen Ausgabe des Buches. Das waren hauptsächlich die Erlebnisse zur Zeit der Militärdiktatur in Argentinien.

Frau Garland berichtete von offener Willkür, von Entführungem am hellen Tag, vom plötzlichen Verschwinden von Kindern. Babys wurden ihren inhaftierten Eltern einfach weggenommen. Diese Kinder wuchsen bei anderen Familien auf, weil sie zwangsadoptiert worden waren. Bis heute wissen viele immer noch nicht, dass sie ihren leiblichen Eltern weggenommen wurden. Wie ist es zu erfahren, dass die vermeintlichen Eltern eigentlich Fremde sind? Wie reagieren die Betroffenen?

Vielleicht wird Frau Garland, deren Roman in Argentinien nun zum Schulstoff gehört, in einem späteren Buch dieses Thema aufgreifen…

Kommentare

Kommentare sind nur innerhalb von 30 Tagen nach Veröffentlichung des Artikels möglich. Dieser Zeitraum ist nun leider vorüber.

2 Kommentare zu „Schmerzhafte Auseinandersetzung mit der Geschichte“

  1. flottylotty

    Die Vorstellung zu erfahren, dass die Menschen, die ich für meine Eltern und Familie gehalten habe sich als fremde Personen herrausstellen ist schrecklich.Die vertrauten Eltern werden zu herzlosen Fremden. Jahre lang aufgezogen, Weinachten, Ostern oder Geburtstage gefeiert. Sie haben Reisen unternommen. Doch haben nie die Wahrheit gesagt.
    Wie soll man das Leben dann nehmen? Was glauben, wem vertrauen? Alles eine große Lüge?
    Ich stelle mir das so vor wie in dem Film “The Truman-Show” Ein Mann, der adoptiert wurde,weil seine leiblichen Eltern verstorben sind “spielt” die Hauptfigur in der Show um die es in dem Film geht ohne es zu wissen. Seine Mutter, sein Vater,die Ehefrau, Freunde und Nachbarn sind Schauspieler. Die ganze Show wird von einem Mann gesteuert, der den Schauspielern Anweisungen gibt was sie in welcher Situation zu sagen haben. Es sind die privatesten Situationen und Momente, die Truman unbewusst mit seinem Puplikum und Fans teilt. Die Fernseherzuschauer verfolgen ihn schon seit seinen ersten Schritten. Als erwachsener Mann kommt er dieser ganzen Lüge auf die Schliche.
    Ich denke so änlich erging es den Menschen, über die Frau Garland berichtete. Vielleicht fühlten sie sich nachdem die Wahrheit ans Licht kam auch wie Menschen,die nur benutzt wurden, wie Hilfsmittel für eine gutes Erscheinen.

  2. blume

    Die Lesung war wirklich sehr interessant. Auch die Einführung war gut gemacht. Das Video über Frau Garland war sehr gut gemacht. Doch hat mir die Veranstaltung gezeigt, dass ich dort nicht leben möchte, denn schon die Angst, die ständige Angst ein Freund oder Jemand aus der Familie wird einfach mitgenommen, ich denke ich würde verrückt werden.
    Ich wüsste auch nicht was ich denken würde, wenn ich herrausinden würde, dass meine Eltern nicht meine Eltern sind. Wenn sie es mir nichtmal von selbst gesagt hätten…
    Ich würde das Buch gerne einmal lesen!