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Ein Blick zurück

| 16.06.20131 Kommentar » Interessantes, Klasse, Veranstaltungen

Jeder Mensch hat Erinnerungen. Ob es ein Kleinkind ist, welches sich daran erinnert, wie es gestern Sandkuchen gebacken hat oder ein alter Herr, der sich an seine früheren Jugendstreiche erinnert, an seine erste Liebe oder an Reisen, die er gemacht hat.

Jeder Mensch hat Erinnerungen. Jeder erinnert sich an etwas, das er erlebt, gesehen, gefühlt hat. Das Kleinkind erzählt seiner Mutter oft von dem Sandkuchen, und auch der alte Herr erzählt seinen Kindern und Enkeln die Geschichten seines Lebens. So werden diese Geschichten auch weitererzählt und bleiben noch Jahre später der Familie in Erinnerung.

Es gibt Menschen, die leiden an ihren Erinnerungen. Entweder leiden sie unter der Belastung, die die Erinnerung an etwas Unschönes bringt oder daran, dass sie sich nicht mehr an ihre Erinnerungen erinnern können.                                       Wie muss es sein, sich nicht mehr zu erinnern, was man in den Sommerferien gemacht hat?  Wenn man keine Erinnerungen mehr an seine schönsten, wichtigsten Momente im Leben hat. Wenn diese Erinnerungen einfach weg sind. Für immer. Nicht mehr erhaltbar. Das Haltbarkeitsdatum abgelaufen. Wie schrecklich, wie gruselig, wie überwältigend das sein muss.

Das  8. Schuljahr ist bald vorbei. Wir als Klasse haben viel gemeinsam erlebt. Manches ist uns vielleicht schon aus dem Gedächtnis entschwunden. Was wir auf unserer Klassenfahrt beim Frühstück mit unseren Freunden bequatscht haben, ist vielleicht nicht mehr so deutlich in Erinnerung. Doch die jährliche Teilnahme an der Heinemannmeile, dem Weihnachtsmarkt und dem Turnwettkampf ist uns vielleicht noch ein wenig deutlicher in Erinnerung.  Auch das Theater an der Parkaue sah uns dieses Schuljahr des öfteren durch den Eingang schreiten. Nämlich zu der Vorstellung “Kristalherz” und auch nach unserem Deutsch-Projekt ” Das Fräulein von Scuderi”.  Auch besuchten einige aus unserer Klasse Die Vorstellung “Hamlet”und erst vor kurzem sahen wir uns zum ersten Mal ein Stück im Theater Strahl an.Doch apropos Deutsch. Während wir uns in der Deutsch-Gruppe mit dem Fräulein von Scuderi und Hoffmann beschäftigten, ließen uns die Terme, Zahlen, Formeln, Gleichsetzungsverfahren, Additions-und Einsetzungsverfahren in Mathematik auch dieses Jahr  nicht los. Das zweite und letzte  Vierteljahr lernten  wir zudem wie man richtig Brustschwimmt ( anders als wir es in jüngeren Jahren lernten), krault, taucht und im Notfall jemanden  rettet. Die Naturwissenschaften Biologie, Chemie und Physik beschäftigten uns das Jahr über mit dem Geschehen rund und mittendrin im Menschen, Erkenntnisse über das Periodensystem und dessen Entdecker und Ersteller, sowie die Kunst des unterschiedlichen Dichtenberechnens. In Kunst verzweifelte der ein oder andere an Wolpatingern. Doch am Ende kamen schließlich  durchlassfähige Wesen wie eine Schildkrötenente, ein Hasenpavian oder ein Giraffendackel zu Stande… Und nicht zu vergessen die Zeitungsenten!

Natürlich lernten wir dieses Jahr auch in unseren anderen Fächern, wie WAT, Erdkunde, Geschichte ( Europa schlug sich im 30-und 7-jährigen Krieg gegenseitig die Köpfe ein) interessante Dinge dazu. Doch wir konnten auch Aktivitäten außerhalb der Schulzeit in den Unterricht unterbringen. So hatte unsere diesjährige Elternshow ihre Leitfäden in ethischen Problemen und Auseinandersetzungen. Doch auch in Musik ( mit einschließlichem Lehrerwechsel) konnten wir für die Aufführung proben. Die Elternshow brachte Arbeit mit sich, die teils sicher anstrengend und kräfteraubend gewesen ist, doch es hat großen Spaß gemacht und führte auch zu einem akzeptablen Ergebnis. Ich denke, viele sind an dem Abend mit stolzem Gefühl ins Bett gegangen. Denn seit wir in der Fünften als Bär oder kleines Mädchen auf der Bühne hopsten, ist schon jede Menge Zeit vergangen. Ich persönlich war nicht unbedingt allein stolz auf mich, sondern auf jeden, der nach dem Abgang mit dem Beifall unserer Eltern und anderen Besuchern wieder auf die Bühne kam.
Während wir uns für die Elternshow Balladen und Texte anschauten und sie versuchten darzustellen, hatten wir auch dieses Jahr wieder das Vergnügen zur Leipziger-Buchmesse zu reisen.

Einige können sich stundenlang in Bücher vertiefen und andere haben lieber etwas zum Angucken und Begutachten. Diese  jene hatten noch vor der Leipziger-Buchmesse die Möglichkeit eine Fotoausstellung mit Fotos zu Zeiten und aus der DDR zu besuchen.

Lesen, ansehen – da fehlt dann aber auch noch hören. Kurz vor der Entlassung in die Osterferien wurde  dem 8. Jahrgang eine Musikvorstellung der 5./6. Klasse und der Wahlpflichtkurse aus der 9. und 10.Klasse vorgeführt.

Wir besuchten das Deutsche Historische Museum Berlin. Dort gingen wir in die Plakatausstellung ” Rund um die Welt”, erkundigten uns in der Werkstatt für Restaurierung, wie die Wiederherstellung beschädigter Plakate funktioniert, und besuchten zusätzlich noch die Ausstellung ” Zerstörte Vielfalt”. Über diesen Besuch verfasste unsere Deutsch-Gruppe einen Artikel für die Berliner Morgenpost.

Nun noch zu den letzten Ereignissen: Das Theater Strahl mit der Vorstellung ” Nathan der Weise” erwähnte ich ja bereits.Doch nicht nur mit Nathan wurden wir bekannt gemacht,  auch mit uns bisher unbekannter Musik. Die Musik einer philippinischen Gruppe,die gerade eine Tour in Europa macht. “Kontemporaryong Gamelan Pilipino” – kurz KontraGaPi. Die Künstler unter der Leitung von Mr. Pedro Abraham zeigten uns und anderen Klassen des 8. Jahrgangs die Instrumente und erste Schritte philippinischer Straßenumzugstänze. Es war ein sehr  spaßiger, gelungener und interessanter Vormittag.

Einige von diesen großen und, wie ich denke, wichtigen Dingen, die wir im 8. Schuljahr und auch im Privaten erlebten, bleiben gegenwärtig. Dagegen kann man auch nichts tun. Für jeden sind diese Momente andere Momente. Jeder hat seine großen, wichtigen Erinnerungen.

Vielleicht erinnern wir uns in der fernen Zukunft dann mal an die ganzen Erlebnisse, die wir mit der Klasse hatten. Vielleicht auch nicht. Doch sie bleiben immer im Unterbewusstsein. Auch bei Menschen, die sich alleine nicht mehr erinnern können. Ein kleiner Trost vielleicht.

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Kommentare

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Ein Kommentar zu „Ein Blick zurück“

  1. fanboy

    Wieso vergeht das Jahr immer so schnell? Wenn ich so zurück denke kommt es für mich vor wie ein Augenzwinker und mir wird klar, dass das Leben immer kürzer wird…
    Doch als Trost bleibt mir immer noch die schönen Erinnerungen nach all diesen Jahren.