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MoPo – „Du musst den Brunnen graben, bevor du Durst hast!“(Chinesisches Sprichwort)

| 07.06.2013Kommentare deaktiviert Interessantes, Klasse, Projekte

Jedes Lebewesen hat ein Recht auf Wasser, denn es ist lebensnotwendig. Für uns ist es eine Selbstverständlichkeit, dass wir immer und fast überall sauberes, fließendes Wasser zur Verfügung haben. Wir duschen, wenn wir das Bedürfnis verspüren, gehen auf die Toilette, wenn es nötig ist, trinken Wasser, wenn wir Durst haben, waschen unsere Kleidung, wenn sie schmutzig ist. Dabei ist uns gar nicht bewusst, wie viel Wasser wir verwenden. Pro Tag werden bei uns pro Person im Durchschnitt etwa 130 Liter Wasser verbraucht.

Im Gegensatz dazu fehlt es in den Entwicklungsländern oft nicht nur an Wasser, sondern auch an Bildung, an Infrastruktur, an medizinischer Grundversorgung. Die meisten ländlichen Städte und Dörfer sind nicht an eine Wasserversorgung angeschlossen. Frauen und Mädchen müssen weite Strecken zurücklegen, um Wasser von einem Brunnen oder einer anderen Wasserquelle zu holen. Da überlegt man sich bestimmt genau, wofür man das kostbare Wasser verwendet.

Auch aus Deutschland reisen Entwicklungshelfer in die betroffenen Länder und versuchen, gemeinsam mit der Bevölkerung vor Ort die Probleme anzupacken. Einen von ihnen, den Diplom-Geographen Kai-Uwe Seebörger, lernten wir kennen. Herr Seebörger, der seit 1993 in der Entwicklungszusammenarbeit tätig ist,  hat seine Erfahrungen als Entwicklungshelfer in vielen Gutachtereinsätzen hauptsächlich in Afrika gesammelt. Niger, Mali, Kamerun sind Beispiele für Länder, die er zuerst im Auftrag des Deutschen Entwicklungsdienstes, später dann der 2011 gegründeten Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GIZ, besuchte.  Die GIZ als staatliche Entwicklungszusammenarbeitsorganisation der Bundesrepublik Deutschland fördert zahlreiche Projekte, damit die Lebensbedingungen der Menschen in Afrika, Asien, Lateinamerika und in anderen bedürftigen Regionen unserer Welt verbessert werden. Dass die reichen Länder die armen unterstützen, finden wir nur gerecht. Aber wie funktioniert die benötigte Hilfe am wirkungsvollsten? Wie kann abgesichert werden, dass die Hilfe auch wirklich direkt bei den Hilfebedürftigen ankommt?

Als Herr Seebörger uns in der Gustav-Heinemann- Oberschule besuchte, führte er mit uns ein Planspiel durch. Unter seiner Anleitung haben wir versucht, die Wasserversorgung einer Region zu verbessern. Ein neues grünes Tal sollte entstehen. Dabei gab es verschiedene Interessengruppen, deren Position wir jeweils einnahmen. So versuchten wir aus der Sicht der ortsansässigen Kleinbauern, der Staatsbeamten, der Lokalpolitiker und der Vertreter eines Agrarunternehmen zu argumentieren. In den verschiedenen Arbeitsphasen bekamen wir einen guten Einblick in die Probleme, die vor, während und nach einem solchen Projekt entstehen können. Dass es in der Realität natürlich weit komplizierter ist als in unserem Spiel, machte Herr Seebörger immer wieder deutlich. Es ist ein langer und anstrengender Prozess, um zu einem guten Ergebniss zu kommen. Wenn die Lebensbedingungen vieler Menschen verbessert werden können, lohnt sich jede Anstrengung.

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