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MoPo- Faszination Theater

| 05.06.20131 Kommentar » Interessantes, Medien, Projekte

Das Schauspiel birgt eine Faszination. Im Film oder Theater sieht man oft Situationen, die auch jedem Einzelnem von uns hätten passieren können. Doch wir sehen von außen zu, als ob es in einer anderen Welt passiert, als ob wir nichts damit zu tun hätten. Situationen eskalieren und Konflikte entstehen und wir sitzen da und warten auf die Lösung. Aber was würden wir tun, steckten wir selbst in diesem Konflikt? Ein Beispiel: Romeo und Julia. Was hätten wir an der Stelle von Romeo oder Julia getan. Viele denken, dass sie sich auf jeden Fall nicht das Leben genommen hätten, aber in der Zeit Shakespeares und unter diesen Umständen, würden wir wirklich anders handeln? Wir wissen es nicht, sondern sind erleichtert, dass nicht wir in der Situation stecken, sondern es uns einfach nur von außen ansehen.

Ich glaube, darin liegt diese Faszination, die das Theater ausmacht. Wir sehen genau das an uns vorbeirauschen, was uns in ein paar Tagen selbst passieren könnte. Doch in diesem Moment sind wir nur die Zuschauer, die wie aus einer anderen Welt auf das Leben anderer schauen.

Meine Freundin und ich besuchen einmal in der Woche einen Schauspielkurs in der Schule ACTivity. Wir lernen, uns selbst besser zu präsentieren, Gefühle darzustellen und zu improvisieren. Auch im „richtigen Leben“ sind viele dieser Dinge nützlich. Man wird selbstbewusster, kann sich besser in andere Menschen hineinversetzten und kann zum Beispiel bei Referaten besser improvisieren, wenn etwas schief zulaufen droht. Wir lernen nämlich nicht einfach nur Texte auswendig und leiern sie dann auf einer Bühne herunter. In der Zeit, in der wir spielen, werden wir eine andere Person, die Person, die wir darstellen sollen.
Wir stellen aber nicht immer nur Personen dar. Im Moment arbeiten wir zum Beispiel mit den Elementen und überlegen uns, welche Eigenschaften sie haben und was genau das dann für eine Rolle bedeutet. Wir haben auch schon mit „direkt“ und „indirekt“ gearbeitet. Spricht eine Rolle jemanden direkt auf etwas an oder redet sie um den heißen Brei herum?
Eigentlich analysieren wir unsere Figuren immer auf ganz unterschiedliche Weise. Was für Gefühle haben sie? Was für ein Element haben sie in sich? Handeln sie direkt oder indirekt? Mit solchen Fragen könnten wir eine lange Liste füllen. Wenn wir uns dann über alles im Klaren sind, erst dann können wir eine Person echt und überzeugend rüberbringen, weil wir uns dann in sie hineinversetzen können. Selbst wenn wir nur eine einzelne Szene haben.

Und so fasziniert das Schauspiel, nicht nur vor, sondern auch auf der Bühne.

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Kommentare

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Ein Kommentar zu „MoPo- Faszination Theater“

  1. flottylotty

    Die Lichter werden dunkler, die Gespräche verstummen-alles wird ruhig. Der purpurrote Vorhang öffnet sich langsam. Diesen Moment liebe ich… alle sind gespannt, die volle Aufmerksamkeit ist auf die Bühne gerichtet und dann fängt das Theaterstück und die Geschichte an. Die Schauspieler versuchen so gut wie möglich den Charakter ihrer Rolle darzustellen und zu verkörpern. Das ist gar nicht so leicht, wenn man in einer Situation bestimmte Gefühle zeigen muss, obwohl man in dem Moment vileicht ganz anders fühlt.
    Was du alles in deiner Schauspielschule lernst klingt sehr interessant. In den Sommerferien mache ich auch einen Schauspielworkshop, der zufällig in deiner Schauspielschule ist:)