Zum Inhalt

MoPo Muss ein Pfadfinder Pfade finden können?

| 01.06.20131 Kommentar » Projekte

In amerikanischen Filmen verkaufen Pfadfinder Kekse, helfen alten Menschen über die Straße, fahren zelten, überleben in der Wildnis, lesen Spuren und tun alles mögliche, um Abzeichen für Ihre Schärpe zu sammeln. Aber läuft das wirklich so ab? Die deutschen Pfadfinder verkaufen zwar auch Kuchen, um Spenden zu sammeln, und Aufnäher haben wir ebenfalls, aber meist dreht es sich in unseren Gruppenstunden um die Planung verschiedener Lager, oder es geht um das Erlernen von Knoten, wie ein Zelt aufgebaut wird, wie man ein Feuer macht, oder einfach nur um das Beisammensein mit Freunden. Diese Tradition gibt es schon seit 1907. Die Pfadfinder wurden damals von Baden–Powell gegründet. Heute gibt es in 216 Ländern mehr als 41 Millionen Mitglieder. Die Kinder und Jugendlichen gehören zu verschiedenen Altersklassen, die in vier Gruppen eingeteilt werden. Jede Gruppe hat ihre eigene Farbe, und Ziel ist es, dass jede auch ihr eigenes Logo bekommt. Die jüngste Stufe, die der Wölflinge (von meist sieben bis elf Jahren) hat, wie der Name schon sagt, einen Wolf als Logo. Die nächste Gruppe, die der Jungpfadfinder (meist von zwölf bis vierzehn Jahren) hat einen Kobold als Logo. Die dritte Stufe, die der Pfadfinder, hat zwar ihre grüne Farbe, aber noch kein eigenes Zeichen. Um das zu ändern, konnte ein Jahr lang jeder sein selbst designtes Abzeichen ins Internet stellen. Dort konnten alle Pfadfinder aus Deutschland wählen.

Der Gewinner wurde am 18. Mai verkündet. Dies geschah beim Pfingstlager auf dem Bundeszeltplatz in Westernohe, in der Nähe von Frankfurt am Main. Mehrere Tausend Pfadfinder zelteten dort zusammen. Das gewählte Logo wird nun in den nächsten Jahren auf den Kluften tausender Menschen getragen werden. Kluft nennt man die Uniform.

Die Kluft ist aber nur eine Gemeinsamkeit, die alle Pfadfinder teilen. Das Problem, sich in den kalten Frühlingsnächten warm zu halten, kennt jeder, der zu dieser Zeit schon einmal zelten war. Der Regen tropft auf die Zeltplane, jeder liegt in seinen Schlafsack gekuschelt auf den schmalen Isomatten. Links ein Mädchen, in eine dicke Decke gehüllt, die zwei Hosen, drei paar Socken, zwei T -shirts, sowie eine Sweatshirtjacke anhat. Rechts liegt dagegen ein Junge, der nur eine kurze Hose und ein T -shirt in seinem Schlafsack trägt und trotzdem nicht friert. So hat jeder seine eigenen Tricks sich die Nacht so angenehm wie möglich zu gestalten, doch am Morgen hat jeder kalte Füße.

Was lernen wir daraus? Nur, weil etwas im Fernsehen gezeigt wurde ist es nicht automatisch die Wahrheit. Natürlich ist das Bild vom Pfadfinder an sich nicht zu 100% falsch. Ich jedoch habe noch nie einem hungrigen Bären gegenüber gestanden oder einer fremden alten Dame die Einkäufe nach Hause getragen. Letzteres wäre, wenn’s drauf ankommt, vielleicht gar keine so schlechte Idee …

Schlagwörter für diesen Artikel:

Kommentare

Kommentare sind nur innerhalb von 30 Tagen nach Veröffentlichung des Artikels möglich. Dieser Zeitraum ist nun leider vorüber.

Ein Kommentar zu „MoPo Muss ein Pfadfinder Pfade finden können?“

  1. blume

    Das klingt echt cool.
    Ich habe zwar noch nie Pfadfinder im Fernsehen gesehen aber ich kann mir die Warnvorstellung vom “perfekten” Menschen, Pfadfinder leuchtet mir ein. Was macht ihr eigendlich noch so in den Camps? Es ist ja doll wie viele Mitglieder es in den 216 Ländern gibt. Ich hätte nicht gedacht, dass es so viele Mitglieder sind. Und die Tradition ist ja schon ziemlich alt.
    Villeicht gibt es doch irgendwann Kekse verkaufende, alten Menschen über die Straße helfende, Spenden sammelnde, Spurenlesende und in der Wildnis überlebende Menschen, eventuell unter dem Namen Pfadfinder villeicht auch Weltretter. Wenn, dann kommen sie bestimmt aus Amerika.
    Es würde sicher Spass machen in einem Camp mit anderen zu Zelten und Spass zu haben.