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Dem Fräulein von Scuderi geht ein Licht auf – Uns auch!

| 20.01.20132 Kommentare » Ausflüge, Klasse

Paris 1680. Es klopft an die Tür des Hauses der Madeleine de Scuderi. Die Stadt lebt in Angst. Giftmörder treiben ihr Unwesen. Und jetzt kommt auch noch ein Unbekannter zu der alten Schriftstellerin nach Hause. Was jetzt? Soll die Hausangestellte Martiniere ihm öffnen?

Das ist der Anfang von E.T.A. Hoffmanns Novelle “Das Fräulein von Scuderi”. Basierend auf dem Leben der im 17. Jahrhundert lebenden Madeleine de Scuderi schrieb er diese Kriminalnovelle. Ja, richtig: Kriminalnovelle!  Auch damals gab es schon Krimis. Ein paar Jahrzehnte davor konnten wesentlich weniger Menschen lesen, und wenn, dann hatten sie höchstwahrscheinlich nicht viele Bücher als Unterhaltungslektüre im Schrank stehen. Einen Krimi liest man ja nicht gerade um sich weiterzubilden, weil man mehr über die Erschaffung der Welt oder das Entstehen der Arten lernen will. Nein! Einen Krimi liest man um Spaß zu haben, denn das muss Lektüre: Spaß machen! Heute ist es unvorstellbar, dass, wenn die Menschen im 15. Jahrhundert schon das Glück hatten lesen lernen zu dürfen, es nicht hieß, sie können sich mal eben für 9.95€ ein Taschenbuch kaufen gehen. Damals mussten sie ein kleines Vermögen ausgeben für ein Buch, und das war wahrscheinlich dann die Bibel oder ein Lexikon, also irgendwas Schlaues.

Die Novelle Das Fräulein von Scuderi gehört heute zu den Literatur-Klassikern. Das ist auch der Grund, warum wir sie im Unterricht behandelt haben. Alles Mögliche haben wir dazu durchgenommen. Nachdem wir auch noch erfuhren, was Friedrich Schiller über den Krimi als  Literatur meinte und wo es laut Maslow und seiner Bedürfnis-Pyramide hapern muss, damit ein Mensch zum Täter wird, lasen wir eine Schülerfassung der Novelle, sahen uns die gleichnamige Inszenierung im Theater an der Parkaue an, bearbeiteten eine Theaterkritik , fassten die Geschichte zusammen, lasen einzelne Texte über E.T.A. Hoffman und schrieben zu guter Letzt natürlich auch noch einen obligatorischen Aufsatz zum Thema. Davor hatten wir in diesem Schuljahr bereits die Schülerfassung von “Romeo und Julia auf dem Dorfe” durchgenommen. Die beiden Novellen sind aber nur zwei Beispiel dafür, was unsere Klasse gemeinsam  im Unterricht gelesen hat. Ich denke da auch an das Gilgamesch-Epos , Parzival, oder nicht ganz so alte Texte wie Krabat und Lippels Traum. Zu  “Lippels Traum” haben wir damals den Kinofilm dazu gemeinsam angeguckt.  Wie man sehen kann, gehts in der Schule nicht nur um Grammatik, die Höhe der Affinität von Sauerstoff zu Kupfer  oder darum, brennende Schiffe zeichnen zu lernen… Aber genug abgeschweift!

Die Geschichte der Scuderi geht spannend weiter. Die alte Dame arrangiert sich als “Detektiv”, klärt Morde auf und rettet  dabei ein junge Liebe. Paris, heute die Stadt der Liebe, in aufregenden Zeiten.

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Kommentare

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2 Kommentare zu „Dem Fräulein von Scuderi geht ein Licht auf – Uns auch!“

  1. a-star

    Krimmis lese ich oft in meiner Freizeit, doch dieser war anders. Geschrieben im älteren Stil mit vielen französischen Begriffen und Namen, war das Lesen eine Herausforderung, die aber trotzdem Freude bereitet hat und auch Spannung bot. Passend dazu besuchten wir das kurzweilige Theaterstück, bei dem es ein Versteck für Sympathie und Humor gab. Trotz des unterhaltsamen Abends, finde ich, dass die Inszenierung zu sehr dem Original ähnelt.

  2. fruity

    Am Abend vor der Inszenierung fragte ich mich was der Schwerpunkt der Vorführung sein würde und welche Stellen fehlen würden da man ja nicht alle Szenen vorführen kann. Das würde zu lange dauern.
    Ich freute mich um so mehr, als so gut wie alle wichtigen Details erwähnt wurden und die Theater-Inszenierung sehr dem Buch glich. Ich denke, dass es auch dem Orginal sehr ähnelte, aber ich weiß es nicht genau, da ich nur die Schulfassung von dem Fräulein von Scuderi gelesen habe.
    Ich weiß nicht, ob ich jemals die Orginalfassung lesen werde, da mich manchmal die vielen französischen Begriffe durcheinander gebracht haben und es für mich anspruchsvoll war das Buch zu lesen.