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Kriegsgräber auf dem Golm

| 05.01.20134 Kommentare » Ausflüge, Klasse, Veranstaltungen

Da steht sie und friert. Sie trägt einen Soldatenmantel. Sie trauert um ihre Söhne, die im Krieg gefallen sind. Hinter ihr ist ein Baumstumpf zu erkennen. Aus ihm wachsen neue Blätter. Er steht für die Hoffnung, die die Kriegsflüchtlinge 1945 bestimmt auch hatten. Die Statue “Die frierende Frau” rührt den Betrachter.

Stellt euch vor, ihr wärt in dieser Situation: Über euch fliegen Flugzeuge  und bombardieren eure Stadt?  Wo sollt ihr euch verstecken, wenn fast alles schon in Schutt und Asche liegt? Außerdem könnt ihr nicht fliehen, denn die Flüchtlingstransporte sind schon abgefahren und ihr wisst nicht wohin.  Tausenden Menschen ging es so. Sie starben während dieses einen Luftangriffs.

Am Donnerstag, den 30. August 2012, besuchten wir diese Kriegsgräberstätte in Golm auf Usedom. Es war, ich spreche jetzt einfach mal im Namen der Klasse, für uns alle eine sehr traurige und dennoch interessante Erfahrung.

Plötzlich wurden wir dort während der Führung angesprochen. Eine ältere Dame erzählte uns, dass sie zu dem Zeitpunkt des Angriffs auch hier war mit ihrer Mutter. Eine Zeitzeugin also. Sie war damals erst elf Jahre alt. Zwei Frauen, die beide diese tragische Geschichte miterlebten. Und sie haben überlebt.

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Kommentare

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4 Kommentare zu „Kriegsgräber auf dem Golm“

  1. crazydaisy

    Ich finde, als wir dort ankamen, war eine sehr bedrückende Stimmung. Man hat zwar viel Neues und Spannendes dazu gelernt, doch ich hatte die ganze Zeit über ein sehr komisches Gefühl. Zu wissen, dass dort ganz viele Menschen begraben wurden mit so schrecklichen Schicksalen, war schlimm…

  2. kiwi

    In einer Stadt inder vorher nur 20.000 Menschen gelebt hatten waren es plötzlich 80.000. Dadurch gab es nicht genug Schlafplätze, Bunker waren überfüllt und sowieso ging alles drunter und drüber. Die Vorstellung auf der Flucht zu sein und am Straßenrand schlafen zu müssen, weil es sonst nirgendwo Platz für einen gibt ist nicht die Schönste und noch dazu seine Familie zu verlieren macht die Sache auch nicht besser. Mann kann nur hoffen niemals in einer solchen Situation zu stecken.

  3. sweetheart

    Ich finde es gut, dass für die Kriegsopfer ein ganzer Friedhof gebaut wurde, um an sie zu denken. Denn kein Mensch hat es verdient das er durch eine Bombe weggesprengt oder von herumfliegenden Steinen erschlagen wird.

    Bei manchen Gräbern wusste niemand wer dort liegt, weil seine familie vielleicht auch starb oder derjenige ganz alleine war. Das finde ich besonders schlimm, wenn dort ein Grabstein steht, aber keiner weiß wer dort liegt so als hätte es diese Person nie gegeben.
    Ich habe auch nicht so ganz verstanden wieso es verschiedene Grabsteine gab, die z.B. besser und schöner aussahen als andere, weil jeder von denen die dort begraben sind traf doch das gleiche Schicksal und deswegen soltte man auch keine Unterschiede machen.

    Dieses Ereignis war eines der schlimmsten in der Gescichte Usedoms und wir alle können nur hoffen das es so etwas nie wieder geben wird.

  4. fanboy

    Es war erstaunlich wie die ältere Dame von ihrem Schicksal in Golm erzählte, denn ich persönlich hätte nie gedacht, dort eine Zeitzeugin zu treffen. Dass sie so offen und gefühlsvoll über ihr Schicksal erzählte berührte mein Herz, es war einfach zu schrecklich mitanzuhören was die Menschen dort erlebt hatten, die Explosionen, herumfliegende Steine, schreiende – und weinenden Menschen….