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Die Grausamkeit des Golms

| 05.01.20131 Kommentar » Ausflüge, Klasse

Der Luftangriff auf Swinemünde fand am 12. März 1945, nur wenige Wochen vor dem Ende des 2. Weltkrieges statt. Bis dahin war die Stadt noch nicht so stark von Angriffen betroffen. Deswegen suchten viele Menschen, die aus dem Osten flüchteten, dort Schutz. Plötzlich waren es 80.000 Menschen, die in einer Stadt, die nur für ihre 20.000 Einwohner vorgesehen war, leben wollten. Sie mussten am Strand, in Parks und teilweise am Straßenrand schlafen. Die Bunker waren nicht für solche Menschenmassen gebaut und daher mussten viele draußen bleiben, ungeschützt, wo sie ihr Leben ließen.

Nicht weit von Swinemünde entfernt liegt der Golm. Früher ein Ort, an dem die Menschen Spaß hatten. Auf der Spitze, die etwa 69m hoch ist, stand ein Restaurant, von dem aus man eine schöne Sicht über die Landschaft und das Meer hat. Nach dem Bombenangriff 1945 reichte der Platz auf den Friedhöfen nicht mehr. Sie brachten die Toten auf den Golm, wo sie beerdigt wurden. Die Menschen, deren Namen bekannt waren, wurden in einzelnen Gräbern beerdigt. Die vielen anderen wurden in Massengräbern beigesetzt.

Die Gedenkstätte ist wie ein normaler Park gestaltet, grüne Bäume und kleine Hügel. Das einzige, das von dem friedlichen Bild ablenkt, sind die Kreuze, die goldenen Namenstafeln, „Die frierende Frau“ und der aus Beton bestehende Rundbau. Der Künstler wollte mit ihm das idyllische Bild zerstören und wir finden, es ist ihm gelungen. Hitler war 12 Jahre an der Macht.  Auch aus dem Grund beträgt der Durchmesser des Denkmals 12 Meter, die Stufen vor dem Rundbau sind ebenfalls 12. Wenn man diese runtergeht, erblickt man eine Figur: „Die frierende Frau“. Sie hat ihren Mantel fest um sich geschlungen um sich warm zu halten. An ihren Fersen wächst eine kleine Pflanze; es soll ein Symbol dafür sein, dass es immer noch Hoffnung gibt.

Da wir uns schon viel mit dem zweiten Weltkrieg beschäftigt haben und einen geschichtsträchtigen Ort besuchten, ließen wir uns den Golm nicht entgehen. Wir waren alle sehr betroffen.  Die Geschichten über die Schicksale der Kinder berührten uns am meisten. Wir trafen zufällig auf eine Zeitzeugin, die uns über den 12. März 1945 erzählte. Wir werden uns weiter mit dem Thema beschäftigen um mehr über den zweiten Weltkrieg zu erfahren.

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Kommentare

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Ein Kommentar zu „Die Grausamkeit des Golms“

  1. smileymiley

    Der Ausflug auf den Golm war sehr bewegend, denn wir erfuhren wie grausam der Krieg noch kurz vor dem Ende war.
    Viele Menschen verloren in dieser, einer der letzten Bombadierungen ihre Verwandten oder ihr eigenes Leben. Kann man sich das vorstellen? Von einem auf den anderen Tag ist deine Schwester einfach weg und du weißt nicht, ob sie tot ist oder sich retten konnte. Du konntest dich nicht verabschieden und jeden Tag schwindet ein wenig mehr die Hoffnung, dass sie noch lebt.
    Das Bewusstsein, dass rechts und links von mir Tausende von Opfern des Krieges lagen, bedrückte mich sehr, weil ich nicht verstehen kann wie Menschen sich gegenseitig so etwas antun können, nur um mehr Macht und Besitz zu haben. Wir waren schon an vielen Orten, die an den Krieg und die vielen Flüchtlinge erinnern, aber der Golm war einer der Bewegendsten.