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Nachdenkliches aus dem Winter

| 27.12.20122 Kommentare » Kreatives Schreiben

Das Licht flackert wild, als würde es weg wollen, verschwinden – in die Welt hinaus.

Doch es wird festgehalten.

Festgehalten von der Dunkelheit.

Gedrückt und eingeschüchtert von denen, die nicht den Mut haben, etwas zu sagen, nicht den Mut haben, die Schnüre zu lösen.

Denen es gelingt, Böses zu tun da, das Gute zu anstrengend scheint.

Doch eigentlich nur selbst Angst haben, nicht mehr dazuzugehören und dann auf andere zu zeigen.

Noch kurz flackert die Kerze, dann ist sie erloschen.

Kein Licht mehr.

Nur noch die Dunkelheit.

Wird es jemanden geben, der sie erleuchtet?

Ich hoffe es so sehr.

Doch sich aus der Dunkelheit zu befreien ist schwer.

Sie schleicht sich an und kriecht in meinen Körper.

Sie nimmt meine Schwächen als Waffe gegen mich in Gebrauch.

Sie wird immer größer je länger ich sie aufschiebe.

Sie bläht sich auf und besteht doch nur aus einem winzigen Kern.

Sie verzweigt sich immer weiter durch mein Verzweifeln und frisst es mit vollem Genuss.

Sorgen.

Alles ist irgendwann vorbei, alles wird irgendwann ein Ende finden.

Die Kerze wird irgendwann erloschen sein, der Baum wird irgendwann umfallen,

die Blume wird irgendwann verwelken.

Doch die Sterne bleiben an ihrem Ort und Platz.

Egal, wo ich bin, sie sind bei mir und trotzdem ganz woanders.

Sie beobachten das, was geschieht.  Kommentarlos.

Irgendwann werde ich nicht mehr sein.

Doch die Sterne, die mich mein ganzes Leben betrachtet haben, werden sich immer an mich erinnern.

So stelle ich es mir manchmal vor.

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Kommentare

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2 Kommentare zu „Nachdenkliches aus dem Winter“

  1. nana

    Du hast einen interessanten Gedanken.Interessant, was man alles so denkt.Und wenn man sich vorstellt, wie viele Gedanken jeder Mensch auf dieser Erde hat. Unzählbar viele!
    An manchen Stellen in dem Text bin ich mit dir einverstanden, doch manche Stellen habe ich nicht ganz verstanden. Aber ich finde es gut, denn man muss ja nicht immer die Gedanken eines anderen Menschen verstehen.

  2. superzicke

    “Und wer tot ist, wird ein Stern” ( Aus Der kleine Prinz).
    Dieses Zitat passt. Die Dunkelheit ist auch am Nachthimmel, aber du weißt immer, selbst wenn du sie durch den Smog der Stadt nicht mehr siehst, du weißt, sie sind bei mir; die Lichter, die leuchten, die mich nicht alleine in der Nacht stehen lassen.
    Ist es wirklich schlimm tot zu sein? Du kannst anderen Menschen trotzdem noch den Weg leuchten.