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Im Rückblick – Wir reden über den Alltag mit Behinderung

| 18.12.2012Kommentare deaktiviert Interessantes, Interviews, Klasse, Projekte

Jeder hat sicher schon einmal von gehörlosen oder schwerhörigen Menschen gehört. Doch wer kann sich schon vorstellen, wie es ist, wenn man auf Dauer nichts oder nur sehr wenig hört?

Wir hatten ein Gespräch mit Frau Michaela K., der Mutter unserer Mitschülerin. Frau K. ist schwerhörig. Zwei Freunde der Familie, Ingo und Verena, welche beide gehörlos sind, waren auch bei uns zu Gast. Aber da wir wahrscheinlich ohne helfende Erklärungen sehr wenig verstanden hätten, war die Tante unserer Mitschülerin gewissermaßen unsere Dolmetscherin. Wir erhielten gleich mal  jeder einen Zettel mit dem Handalphabet.

Wir sprachen über den Alltag unserer gehörlosen und hörgeschädigten Mitmenschen. Wie ist das mit dem Lippenlesen? Wie funktioniert das mit dem Pausenklingeln oder mit dem Wecker? Wie ist das mit dem Telefon, Radio und Fernsehen? Unsere Gäste gaben bereitwillig Auskunft: Wir erfuhren, dass die Schulglocke Lichtsignale gibt und dass der Wecker von Frau K. ein Signal an ihr  Bett leitet, welches daraufhin vibriert. Es gibt aber auchWecker mit Lichtsignalen.
Desweiteren sprachen wir über die Berufe. Frau K. arbeitet als Konditorin. Ingo ist Tischler und der einzige Gehörlose an seinem Arbeitsplatz. Bei den  lauten Maschinen braucht er keine Ohrenschützer. Verena pflegt alte Menschen, die alles, was sie brauchen, in Zeichensprache vermitteln müssen. Selbst für ihre Namen gibt es extra Zeichen.
Ingo erzählte uns außerdem, dass er in Indien war und dass die Inder viel einfachere Zeichen benutzen als die Deutschen.,

Die ganze Klasse hörte gebannt zu. Da wir schon ein Gespräch mit einer blinden Frau hatten und auch bereits das Blindenmuseum besucht hatten, war es besonders interessant, auch über den Alltag mit einer anderen Behinderung zu hören.
Durch die Behinderung eines Onkels habe ich schon früh  “gelernt” mit Behinderungen umzugehen. Doch mit gehörlosen Menschen habe ich vorher noch nicht geredet.

Es war ein sehr interessanter Vormittag. Ich habe sehr viel dazu gelernt. Mein Eindruck war, dass es unseren Gästen bei uns auch gefallen hat!

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