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Im Rückblick – Happy Birthday, Inge Deutschkron!

| 18.12.2012Kommentare deaktiviert Klasse, Projekte

Alles  Gute, liebe Frau Deutschkron! Im September ist eine der bedeutendsten Zeitzeuginnen des Nationalsozialismus 90 Jahre alt geworden. 90 Jahre! Trotzdem geht sie immer noch nicht in den Ruhestand. Sie bleibt fidel und aktiv. Inge Deutschkron besucht seit vielen Jahren regelmäßig Schulen und Veranstaltungen. Sie spricht  über ihre Vergangenheit, weil sie möchte, dass alle erfahren, wie es in der Zeit des Nationalsozialismus war. Besonders bereitwillig erzählt sie den jungen Menschen davon, damit so etwas nicht noch einmal passiert. Ihr Leben, dass sie in einem Buch niederschrieb, wurde als Theaterstück produziert und verfilmt.

Inge Deutschkron wurde im Jahr 1922 in Finsterwalde geboren. Als sie zehn Jahre alt war, begann ihre Angst. 1933, als Hitler an die Macht kam, wurde ihr Leben zunehmend schwerer. Doch am Anfang ging es nicht darum Jude zu sein, sondern darum, dass  ihr Vater in der SPD war. Erst dachte der Vater, der sich wie viele Juden in erster Linie als Deutscher sah, dass er keine Angst haben müsste. Inge Deutschkron sagte dazu: „ Diese Einstellung kostete vielen Juden das Leben.” Am 9. November 1938 änderte sich jedoch schlagartig alles. Auf der Grundlage der Nürnberger Gesetze wurden Juden jetzt hemmungslos verfolgt und diskriminiert. In dieser Nacht wurden viele Geschäfte, Synagogen und Wohnungen von Juden zerstört.

Einige Monate später, nachdem sich eine Cousine der Deutschkrons in England bereiterklärt hatte  jemanden aufzunehmen und das Geld hinterlegt hatte, reiste der Vater nach Großbritannien. Das Geld war eine Bürgschaft, die hinterlegt werden musste, damit Großbritannien nicht auf den Kosten sitzen blieb. Die Mutter und Inge blieben zurück, da nicht mehr Geld vorhanden war. Der Vater jedoch sollte sich um eine Arbeitsstelle und Visa für beide kümmern, damit sie nachreisen konnten.

Erst musste Inge in einer Firma arbeiten, wo Fäden für Fallschirme hergestellt wurden. Sie hielt das jedoch nicht lange aus und ging mit hohen Schuhen zur Arbeit, damit sie arbeitsunfähig wurde. Dies geschah dann auch nach drei Tagen, sodass sie entlassen wurde. Nach einiger Zeit wurde sie dann bei Otto Weidt in der Blindenwerkstatt in Mitte eingestellt. Dort wurden Besen für die Soldaten hergestellt. Diese Arbeitsstelle war ein besonderer Glücksfall, da Juden eigentlich nicht in einer deutschen Firma arbeiten durften. Otto Weidt jedoch bewahrte Inge, andere Juden und Behinderte vor der Deportation.

Ab dem Jahr 1943 lebte Inge mit ihrer Mutter im Untergrund und wurde von Freunden versteckt. So überlebten sie den Krieg.

Im Jahr 1946 sind dann Inge Deutschkron und ihre Mutter nach England gezogen. Dort studierte sie dann Fremdsprachen und wurde Sekretärin bei der Sozialistischen Internationale. Dies ist ein weltweiter Zusammenschluss von sozialistischen und sozialdemokratischen Parteien.

1954 reiste sie nach Nepal, Indien und Burma (heute Myanmar). Ein Jahr später kehrte sie nach Deutschland zurück und arbeitete in Bonn als freie Journalistin. Danach arbeitete sie für die israelische Zeitung Maariw und nahm für diese als Berichterstatterin am Auschwitz-Prozess teil. 1966 wurde sie israelische Staatsbürgerin. Aus Ärger und Protest über den weiterhin bestehenden Antisemitismus in Deutschland zog sie nach Tel Aviv und arbeitete dort als Redakteurin der Maariw.

Als sie angesprochen wurde, ob ein Theaterstück über ihr Leben gemacht werden darf, war sie einverstanden und kam so zurück nach Berlin. Das GRIPS-Theater produzierte ein Theaterstück über ihr Leben, dass wir uns angeguckt haben. Das Theaterstück war sehr berührend und hat uns ihr Leben erzählt. Um noch mehr über sie zu erfahren, trafen wir Frau deutschkron in den Räumen ihrer Stiftung . Bei diesem Treffen wurde uns ihre traurige Geschichte noch einmal vor Augen geführt. Diese Geschichte ist sehr aufrüttelnd. Danach mussten wir alle lange darüber nachdenken. Einige aus unserer Klasse haben sich dann am 3. September 2012 den Film über ihr Leben angeguckt.

Obwohl sie auf ein angstreiches Leben voller Gefahren zurückblickt, ist Inge Deutschkron nicht verbittert, sondern bleibt fidel. Wir wünschen ihr noch viele gesunde Jahre!

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