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Über die Baukunst im Mittelalter – Der Naumburger Meister

| 04.05.2012Kommentare deaktiviert Interessantes, Veranstaltungen

Ich war mit meinen Eltern und meinem Opa in Naumburg. In der Architektur- und Kunstausstellung ” Der Naumburger Meister “. Sie war im Dom und im alten Rathaus.  Wir haben Eintrittskarten gekauft und Audioguides ausgeliehen, unsere Jacken abgegeben und dann ging es los.

Auf dem Audioguide habe ich hauptsächlich das Kinderprogramm gehört. Dort wurde alles kindgerecht erklärt; wie,   mit welchen Materialien und Werkzeugen die Steinmetze im Mittelalter gearbeitet haben. Auf Karten war dargestellt, woher sie den Sandstein für die gotischen Klöster und Kathedralen bekommen haben. Das Modell eines mittelalterlichen Krans war fast in Original-Größe zusehen. Damit wurden die schweren Steine auf die hohen Bauwerke transportiert. Vom Prinzip her war der Kran wie ein Hamsterlaufrad. Um die Achse hatte man ein Seil gelegt, das auf- oder abgewickelt wurde und  an dem die Last hing. Im “Hamsterrad” sind Menschen gelaufen und haben das Ganze angetrieben.
Noch heute kann man sehen, welcher Stein von welchem Steinmetz bearbeitet wurde. Jeder Steinmetz markierte nämlich die von ihm bearbeiteten Steine mit seinem eingemeißelten Zeichen.
Der in der Austellung beschriebene Baumeister kam urspünglich aus Frankreich, doch sein Name ist nicht überliefert. Er hat den Naumburger Dom mit errichtet. Wissenschaftler konnten ihm verschiedene Bauwerke nachweisen, und so seinen Weg durch Europa verfolgen.

Aber warum haben die Wissenschaftler nach ihm geforscht?
Er brachte einen neuen Baustil nach Deutschland, die Gotik. Zur Zeit des Naumburger Meisters wurde in Deutschland noch hauptsächlich im romanischen Baustil gebaut. Mit ihm wurde der Wechsel von der Spätromanik über Frühgotik bis hin  zur Hochgotik vorangetrieben. Ein Unterschied zwischen Gotik und Romanik ist, dass bei der Romanik das Bauwerk breiter ist als hoch. Romanische Bauwerke haben Tonnengewölbe und Rundbogenfenster. Gotische Gebäude sind höher als breit, haben Spitzbogenfenster und Kreuzrippengewölbe. Der gotische Baustil hatte die Absicht möglichst nah zu Gott zu gelangen. Es sollte viel Licht durch die großen Fenster ins Innere der Kirchen gelangen, um die Wunder der Schöpfung zu zeigen. Mit dem neuen Baustil änderte sich auch das Bild vom Menschen, vom Sünder zu einem Produkt von Gottes Schöpfung.
Ein gutes Beispiel für gotische Bildhauerkunst sind die Stifterfiguren um den Altar des Naumburger Doms, zum Beispiel Uta, Gerburg, Graf  Ditrich von Brehna und Markgraf Ekkehard.

An der Ausstellung hat mich fasziniert, dass ich das Mittelalter aus einer anderen Perspektive kennen gelernt habe, aus der Perspektive der Architektur. Es war ein überwältigendes Gefühl in einem etwa 800 Jahre alten Gebäude zu stehen. Wie mögen sich wohl Menschen im Mittelalter gefühlt haben, wenn sie den Dom betraten?

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