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Ab heute heißt Du Sara

| 02.05.20122 Kommentare » Ausflüge, Interessantes, Interviews, Klasse

1922 wurde das Mädchen Inge in Finsterwalde geboren. 1927 zog ihre Familie nach Berlin. 1933 floh der Vater nach Großbritannien. Das Mädchen und seine Mutter lebten ab 1943 illegal in Berlin. So überlebten sie den Holocaust , bei dem 6 Millionen Juden umgebracht wurden.
Der Holocaust endete mit dem 2. Weltkrieg, doch auch heute leiden immer noch Menschen unter den Folgen.

Inge Deutschkron ist eine der wenigen Menschen, die ihn überlebt haben. Für ihre Arbeit und Lebensleistung erhielt sie mehrere Auszeichnungen wie zum Beispiel die Louise-Schroeder-Medaille, den Moses-Mendelssohn-Preis oder die Rahel-Varnhagen-von-Ense-Medaille.
Um zu verhindern, dass so etwas wie der Holocaust nicht noch einmal passiert, schrieb sie ihre Autobiographie, die uns  jüngeren Menschen veranschaulicht, wie schrecklich und unmenschlich die Lage damals war. Dieses  Buch heißt “Ich trug den gelben Stern”. Das GRIPS Theater inszenierte diese Autobiographie, die heute  regelmäßig aufgeführt wird.
Am 15. März 2012 wurde unsere Klasse von der Schwarzkopf-Stiftung zu einer Aufführung und einem anschließenden Gespräch  mit Frau Inge Deutschkron ins GRIPS eingeladen.

Das Stück begann mit einer Szene, in der ein Mädchen mit seiner Mutter zu sehen war. Das Mädchen wollte  mit seinen Freunden draußen spielen, doch die Mutter erlaubte es ihr nicht. Das Mädchen kann es nicht verstehen, da sie noch klein ist und nicht versteht, was es bedeutet Jüdin zu sein. Sie wurde schlechter behandelt als die anderen Kinder, sie wurde ausgegrenzt, nicht respektiert und manchmal nicht wahrgenommen. Als sie älter wurde, bekam sie keine Arbeit, doch Otto Weidt nahm sie und noch andere Juden in der Blindenwerkstatt auf.
Er gab ihnen dort Arbeit und versteckte sie, sodass sie nicht von den Nazis abgeholt wurden. Nach und nach wurden immer mehr Juden abtransportiert. Das war der Auslöser, dass sie mit ihrer Mutter flüchtete. Sie wurden bei vielen fremden Menschen versteckt und konnten so überleben, bis sie nicht mehr verfolgt wurden.

Im anschließendem Interview wurde das Blumenstrauß-Projekt vorgestellt. Mehrere Schulen nahmen daran teil. Am Tag der Befreiung aus dem KZ Auschwitz überreichten sie einigen der wenigen Überlebenden Blumensträuße.

Heute lebt Inge Deutschkron als freie Schriftstellerin in Tel Aviv und Berlin. Und trotz ihres hohen Alters setzt sie sich immer noch engagiert dafür ein, dass die stillen Helden, die geholfen haben Menschenleben zu retten wie zum Beispiel Otto Weidt vom deutschen Staat gewürdigt werden.

Wir hoffen sehr, dass wir Frau Deutschkron bald in der von ihr gegründeten Stiftung treffen können.

Wir danken Frau Deutschkron, der Schwarzkopf-Stiftung und dem GRIPS-Theater.

Kommentare

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2 Kommentare zu „Ab heute heißt Du Sara“

  1. v1i9k9i8

    Ich finde, das Stück war sehr interessant und wenn man es sieht, wie schrecklich es war, wird einem erst richtig klar, wie es den Menschen gegangen ist und was sie alles durchstehen mussten. Ich habe schon früher gewusst, dass es eine schreckliche Geschichte ist, aber das Theaterstück hat es noch mal deutlicher gemacht. Es ist für mich unvorstellbar, wie es die Menschen geschafft haben zu überleben. Mich hat die Geschichte sehr berührt.

  2. fruity

    Genauso, wie v1i9k9i8 hat mich das das Theater-Stück sehr bewegt. Ich kann einfach nicht verstehen, warum Deutsche Juden und auch andere Menschen ins Konzentrationslager schicken konnten. Wieso und warum haben sie das getan? Egal, wie oft und wie lange ich darüber nachdenke, ich sehe keinen Grund, warum sie das hätten tun müssen. Um so beeindruckender finde ich Frau Inge Deutschkrons Buch, in dem sie nie aufgegeben hat.