Zum Inhalt

Brief an den Weihnachtsmann

| 22.12.20111 Kommentar » Interessantes, Klasse, Kreatives Schreiben

Lieber guter Weihnachtsmann!

In diesem Jahr habe ich eigentlich nicht viele Wünsche. Nur einer liegt mir wirklich am Herzen. Neulich im Fernsehen sah ich eine Reportage über Tierheime und ihren Alltag. Gleichzeitig wurde über das Thema ” Tiere kaufen und verschenken zu Weihnachten ” diskutiert.

Nun mein Herzenswunsch:
Könntest du dafür sorgen, dass sämtliche Tierwünsche auf den Wunschzetteln der Kinder auf der ganzen Welt verschwinden?
Das wäre toll.
Denn wenn ich mir vorstelle, wie kleine süße Welpen mit großen Augen in einem Körbchen unterm Tannenbaum stehen und ” liebevoll ” aufgenommen werden, nur um dann Jahre später, weil sie zu groß, überflüssig oder einfach nur störend geworden sind, ausgesetzt werden, bekomme ich einen dicken Kloß im Hals.
Wenn man durch die Gänge eines Tierheimes geht und die Hunde und Katzen in ihren Käfigen sieht, wird einem schwer ums Herz.  Ich möchte alle mitnehmen und ihnen ein zu Hause geben. Aber das geht nicht, denn dann wäre ich nicht sehr viel besser als die, wegen denen viele von ihnen hier sind. Man sollte gut überlegen, ob man die Zeit, Liebe und Fürsorge in seinem Alltag einbauen kann, bevor man sich ein Tier anschafft. Viele von ihnen sind nicht gesund, sind vielleicht behindert und haben von Hundeerziehung noch nie etwas gehört. Trotzdem schauen sie dich mit großen traurigen Augen an und betteln mit wedelnden Schwanz um Liebe und Zuneigung. Manch einer ist aggressiv und bellt und knurrt jeden an. Wenn man darüber nachdenkt, was er vielleicht schon hinter sich hat ( Quälereien, Aussetzung – die Liste geht endlos weiter ), ist das auch kein Wunder. Und dennoch würde er ein liebevolles und kuschliges Heim dem hier vorziehen.
Das soll jetzt nicht heißen, dass die Leute im Tierheim sich nicht bemühen, ganz im Gegenteil, aber es sind halt
- gerade nach Weihnachten – viel zu viele Tiere, um sich richtig um jeden Einzelnen kümmern zu können.

Vielleicht gibt es ja den Einen oder Anderen, der die gleichen Gedanken hat. Dann hoffe ich, dass, wenn es schon ein Tier zu Weihnachten sein muss, er oder sie sich eines aus dem Tierheim holt und ihm ein Zuhause gibt.

So, dass wäre mein größter Wunsch in diesem Jahr. Ich weiß, er ist schwer zu erfüllen.

Dorthin zu gehen und das alles zu sehen macht vielleicht ein bisschen verantwortungsbewusster den Tieren gegenüber.

Hab Dank für deine Mühe, Weihnachtsmann!
Deine Jasmin

Schlagwörter für diesen Artikel:

, ,

Kommentare

Kommentare sind nur innerhalb von 30 Tagen nach Veröffentlichung des Artikels möglich. Dieser Zeitraum ist nun leider vorüber.

Ein Kommentar zu „Brief an den Weihnachtsmann“

  1. toni-bony

    Dein Text ist sehr schön und regt zum Nachdenken an. Früher habe ich mir auch immer einen Hund gewünscht,aber wo ich das jetzt lese…? Du hast recht: Wenn man sich ein Tier anschafft, muss man vorher auch gut darüber nachdenken. Und man sollte eins aus dem Tierheim nehmen.