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Wie ich Egon Bahr begegnete…

| 24.11.20111 Kommentar » Interessantes

Egon Bahr und Schüler

Mit 89 Jahren ist er nicht mehr jung, hat aber in seinem Leben vieles erlebt und massenhaft interessante Menschen getroffen. Dieser Mann heißt Egon Bahr und zählt heute zu den berühmtesten Persönlichkeiten der deutschen Geschichte und Gegenwart. Am 10.11.11 war Professor Egon Bahr  zu Gast an der Hertie-School of Governance.

Das Thema dieses Abends war „ Historische Reden an Europa“.  In der Veranstaltung ging es  um die Begegnung von europäischer Geschichte und europäischer Gegenwart. Sie wurde von der Schwartzkopf-Stiftung und der Hertie-Stiftung initiiert und begleitet.

Zahlreiche Gäste besuchten diesen Anlass, unter anderem eine Oberstufenklasse, weitere Professoren und Dozenten. Unter ihnen war ich der jüngste Eingeladene.

Egon Bahr  kommentierte wichtige Ereignisse der jüngsten Geschichte und berichtete dabei über seine zahlreichen Erlebnisse als Politiker. Als Freund und wichtigster und einflussreichster Berater Willy Brandts erzählte er über die Nachkriegszeit, die deutsche Teilung und Wiedervereinigung Deutschlands.

Egon Bahr war von 1960 bis 1966 Sprecher des vom Regierenden Bürgermeister Willy Brandt geführten Berliner Senats. Als Experte für Ostpolitik hat er während der deutschen Teilung viele interessante Persönlichkeiten kennengelernt und mit ihnen zusammengearbeitet. Einer dieser herausragenden Menschen war der am 1. Januar 1990 erste nach 1948 demokratisch gewählte Staatspräsident der damaligen Tschechoslowakei Václav Havel.

Egon Bahr sagte, er kenne keinen Menschen, der so eine Kombination aus kultureller Größe und praktischer Wirksamkeit in sich vereint. Der Antritt Havels zum Staatspräsidenten der Tschechoslowakei veränderte  das Leben in diesem Land. Nach der Aussage von Egon Bahr ist er ein gutes Beispiel für Demokratie, Gerechtigkeit und Freiheit. Sein wichtigstes  Ziel war es die Authorität seines Landes zu stärken.

Anschließend berichtete Professor Egon Bahr über die politische, wirtschaftliche und globale Lage des heutigen Europas, über Dialoge zwischen Europa, Amerika und Asien und deren  politische Realität.

Für unsere Zukunft erhofft Egon Bahr Stabilität und Sicherheit auf der ganzen Welt.

Auf die Frage „Wie sehen Ihre Visionen für die nächsten 15- 20 Jahren in Europa aus?“, antwortete er, dass er sich als Europäer und genauso als Deutscher fühle. Man könne ein guter Deutscher, Franzose,  Pole oder Italiener  sein und gleichzeitig ein guter Europäer. Mit diesen Worten beendete er die Konferenz und es folgte ein Empfang, bei dem man sich bei Egon Bahr informieren und mit ihm  austauschen konnte.

Auch wenn ich stellenweise Mühe hatte allen Ausführungen zu folgen, so war dieser Abend alles in allem unbedingt eine weitere bereichernde  Erfahrung.

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Kommentare

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Ein Kommentar zu „Wie ich Egon Bahr begegnete…“

  1. S. Richel

    Prima, dass Du Dich als Jüngster wieder bereit erklärt hast, die Schule und unsere Klasse zu vertreten und allen von Deinen Eindrücken zu berichten!

    Auch wenn Manches schwer verständlich ist, war das Treffen bestimmt ein bleibendes Erlebnis. Die Frage, “ob gefühlt europäisch oder/und national”, ist ja sehr aktuell. Ich bin schon gespannt, was Ihr uns demnächst zu diesem Thema präsentiert …