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Der Papst im Olympiastadion – Ich war dabei

| 26.09.20112 Kommentare » Interessantes, Medien, Veranstaltungen

Am 22.09.11 war es soweit. Ich würde den Papst endlich live mit meinen eigenen Augen sehen.

Ich war schon den ganzen Tag aufgeregt.   Wie wird es sein, wenn der Papst in seinem Papamobil an mir vorbeifährt? In welcher Sprache wird er den Gottesdienst abhalten?  Wie wird die Atmosphäre sein? Worüber wird er predigen?

Alle diese Fragen stellte ich mir schon Wochen vorher, und als dann am 22.09.11 der Tag endlich gekommen war, bin ich einfach nur total aufgeregt gewesen.

Wir, meine Oma, meine Mutter und ich, waren bereits um vier Uhr da und haben uns noch die Live-Übertragung der Rede des Papstes im Bundestag angehört. Anschließend, nach einer kurzen Pause füllte sich das Stadion stetig. Als die Ministranten nach und nach in das riesige Stadion einzogen, war die Stimmung einfach nur noch aufgeregt. Alle standen auf, und das Papamobil kam durch das große Marathontor hinein. Der Papst fuhr eine Ehrenrunde und die Stimmung schlug auf einmal um; jetzt waren wir nicht mehr aufgeregt, sondern nur noch happy. Alle klatschten, jubelten und wedelten mit ihren Flaggen und Tüchern. Unterwegs ist der Papst einige Male stehen geblieben, um die Babys, die ihm ins Papamobil gereicht wurden, zu küssen und zu segnen. Es war schön, dass nicht alles nach Plan lief, sondern dass auch einige Sachen improvisiert werden mussten. Das hat man unter anderem bei den kurzen Texten gehört, die der Papst gesprochen hat und die in den Programmheften abgedruckt waren, aber von denen er des öfteren abgewichen ist.

Als er dann schließlich auf dem großen Altar vor dem Marathontor stand, wurde es plötzlich mucksmäuschen still. Obwohl wir in einem großen Stadion mit ungefähr 61.000 anderen Menschen saßen, fühlte man sich auf eine ganz besondere Weise geborgen. Bei den Liedern haben alle mitgesungen, und ich hätte vorher nicht gedacht, dass das Olympiastadion so religiös sein kann.

Meine Lieblingsstelle war die Predigt, in der es darum ging, dass wir alle Reben an einem Weinstock und ohne den Weinstock beziehungsweise Jesus, der diesen verkörpert und natürlich den Winzer, der  Gott ist, eigentlich nichts sind.

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Kommentare

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2 Kommentare zu „Der Papst im Olympiastadion – Ich war dabei“

  1. Eva Merkle

    Es ist beeindruckend, wie gut die Verfasserin die Stimmung im Olympiastadion beschreibt. Auch ich hatte das Gefühl, dass hier viele Menschen “berührt” wurden, die vielleicht sonst nicht viel mit Gott und Religion zu tun haben wollen.

  2. crazydaisy

    Dass ich den Papst nicht mit eigenen Augen sehen konnte, fand ich schon schade, doch dein Text hat alles genau erläutert! :D D Es war bestimmt ein einprägendes und spannendes Erlebnis. Schade, dass ich nicht live dabei sein konnte!