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Neue Sonderausstellung von Schülern in Marienfelde

| 16.06.20113 Kommentare » Interessantes, Klasse, Medien, Projekte

“Jeder Mensch ein Denkmal – Jedes Leben bedenkenswert”

Pressemitteilung von: Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde
Berlin, 16. Juni 2011 – Morgen um 18:30 Uhr eröffnet die Erinnerungsstätte
Notaufnahmelager Marienfelde ihre neue Sonderausstellung “Jeder Mensch ein Denkmal –
Jedes Leben bedenkenswert”.

Mit Fragen rund um die Themen Flucht und Migration haben
sich Schülerinnen und Schüler einer 6. Klasse der Gustav-Heinemann-Oberschule
beschäftigt. Die Ergebnisse ihrer Arbeiten zeigen sie im Rahmen des Schulprogramms der
Stiftung Denkmalschutz “denkmal aktiv – Kulturerbe macht Schule” als Sonderausstellung
in der Erinnerungsstätte. Sie haben selbst entschieden, wie sie ihre Ergebnisse
präsentieren wollen, und sie selbst gestalten die Eröffnungsveranstaltung.
Wie fühlen sich Menschen, die aus ihrer Heimat geflohen sind? Wie gestaltet sich der
Neuanfang in Deutschland? Fragen wie diese haben sich die Schülerinnen und Schüler der
6. Klasse der Gustav-Heinemann-Oberschule gestellt. Sie haben persönliche Schicksale
recherchiert, sich mit der politischen Situation im geteilten Deutschland
auseinandergesetzt, eigene Umfragen gestartet und Interviews in ihrem unmittelbaren
Umfeld geführt.

Neben den Ergebnissen ihrer Interviewbefragungen und einem von den
Schülerinnen und Schülern illustrierten Buch mit Berichten von Menschen, die selbst
Kinder waren bei ihrer Flucht, findet sich unter anderem eine Weltkarte in der
Sonderausstellung, auf denen die Kinder Krisen- und Katastrophengebiete markiert haben,
aus denen Menschen fliehen. Auch eine Audiostation mit von den Kindern
eingesprochenen Gedichten über Flucht und Migration ist dabei.
Herausgekommen ist eine bunte, abwechslungsreiche Ausstellung, die die Themen Flucht
und Migration aus der Sicht von Kindern beleuchtet. Ergänzt wird ihre Sicht durch 16
Karikaturen aus dem Besitz der UNO Flüchtlingshilfe. Klischees und Vorurteile gegenüber
Flüchtlingen stehen hier im Vordergrund.
“Die Schülerinnen und Schüler haben sich über den langen Zeitraum von zwei Schuljahren
mit dem Thema und seinen unterschiedlichsten Verknüpfungen auseinandergesetzt.
Besonders erstaunt hat mich neben dem großen Interesse der Kinder an den
geschichtlichen Fakten und Hintergründen ihre Fähigkeit und Bereitschaft, sich offen,
wertungsfrei und unbefangen an die Forschungsarbeit zu machen. Sie lernten zu
beobachten, zu erfassen und zu hinterfragen. Sie lernten ihre Erkenntnisse zu sammeln,
auszuwerten und zu präsentieren. Viele Erwachsene aus dem familiären und schulischen
Umfeld der Kinder begrüßten die Projektarbeit als Anlass, Generationen übergreifend
ernsthaft und sachlich ins Gespräch zu kommen. Ich bin der festen Überzeugung, dass die
Mädchen und Jungen von diesen vielfältigen Erfahrungen in ihrem weiteren schulischen
Werdegang und in ihrer Persönlichkeitsentwicklung nachhaltig profitieren werden”, sagt
Anne-Kathrin Erchembajar, ihre Lehrerin.
“Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zum Thema Flucht und Migration ist integraler
Bestandteil unserer politischen Bildungsarbeit. Wir haben uns sehr gefreut, dass die
Gustav-Heinemann-Oberschule sich entschlossen hat, die Erinnerungsstätte
Notaufnahmelager Marienfelde als Ausgangspunkt für ihre Projektarbeit und zum Partner
zu wählen. Die Sonderausstellung ist nicht nur für Kinder und Jugendliche interessant,
sondern auch für Erwachsene, weil sie einen unverstellten und facettenreichen Blick auf
das Thema gewährt”, stellt Bettina Altendorf, Bildungsreferentin der Erinnerungsstätte
Notaufnahmelager Marienfelde, fest.
Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.
Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde
Marienfelder Allee 66-80
12277 Berlin
Tel: 030 – 75 00 84 00
Fax: 030 – 75 44 66 34
E-Mail:info@notaufnahmelager-berlin.de
www.notaufnahmelager-berlin.de
Pressekontakt:
Judith Bilger
E-Mail:j.bilger@notaufnahmelager-berlin.de
Die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde ist Teil der Stiftung Berliner Mauer
und eine Gedenkstätte von gesamtstaatlicher Bedeutung mit angeschlossenem Museum.
In der Dauerausstellung “Flucht im geteilten Deutschland” können sich Besucher auf 450
Quadratmetern mit 900 Exponaten über die Geschichte der deutsch-deutschen
Fluchtbewegung informieren. 1,35 Millionen Menschen aus der DDR durchliefen
Marienfelde von seiner Gründung 1953 bis zur Wiedervereinigung 1990.
Neben der Dauerausstellung sind regelmäßig auch Sonderausstellungen zu sehen. Die
Gedenkstätte ist von Dienstag bis Sonntag von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Der Eintritt
ist frei.

Kommentare

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3 Kommentare zu „Neue Sonderausstellung von Schülern in Marienfelde“

  1. Sylvia Richel

    Geschafft! Es ist beeindruckend zu lesen, mit wie viel Engagement an der Ausstellung gearbeitet wurde – ein großes Dankeschön an alle Beteiligten! Die persönlichen Zeitzeugenberichte sind ebenfalls sehr fesselnd. Leider konnte ich bei der Ausstellungseröffnung nicht dabei sein, den Besuch werde ich aber sicher nachholen.

    Ich wünsch’ euch viel Spaß auf der wohlverdienten Klassenreise!

  2. Eva Merkle

    Ich habe die Ausstellung besucht und war total beeindruckt. Es ist toll, was die Klasse auf die Beine gestellt hat. Man kann “an jeder Ecke” erkennen, wieviel Arbeit darin steckt, aber auch, mit welcher Begeisterung gearbeitet wurde. Toll gemacht.
    Ich betreibe in meinem Bekanntenkreis Werbung für diese Ausstellung und ich hoffe, dass das von den Veranstaltern gewünscht ist.

  3. erchgho

    Liebe Frau Merkle,
    danke für die freundliche Rückmeldung. Und bitte werben Sie für den Besuch der Ausstellung!
    Herzlichst,
    A. Erchembajar (die Lehrerin der 6.1)