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Bericht der Zeitzeugin Marlies F.,geboren 1945

| 07.06.2011Kommentare deaktiviert Kreatives Schreiben

(Gesprächsprotokoll vom 20.5.2011, geführt von Carlotta F.)

Ich war 16 Jahre alt, als die Mauer 1961 gebaut wurde. Seitdem lebten wir in „Westberlin“, einer „eingeschränkten Insel“.

Meine Oma wurde von ihren drei Geschwistern getrennt und ich von meinen Tanten.

Meine Lieblingstante war Tante Gerda. Sie wohnte in Merseburg. Dort besaß sie einen Bauernhof.

Als die Mauer gebaut wurde, lebten Klassenkameraden im Ostteil, also dann in der DDR. So kamen sie plötzlich nicht mehr in die Schule. Wir schickten ihnen Briefe und Päckchen, doch sie schrieben nie zurück. Vielleicht haben sie die Briefe nie erhalten.

Besonders das Reisen war zu dieser Zeit sehr schwer. Man wurde an der Grenze gründlich überprüft und zum Teil wurde das ganze Auto am Grenzübergang durchsucht.

Einmal mussten wir wegen einer dummen Bemerkung fünf Stunden warten und das gesamte Gepäck aus dem Auto räumen.

Während einer Reise musste ein Familienmitglied meiner Familie  auf die Toilette. Wir hielten an einem Parkplatz, der nicht als Transitparkplatz für „Westler“ gekennzeichnet war. Sofort wurde wir erwischt und mussten 50 Mark Strafe zahlen.

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